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New York
C. V. / Vita

 

Leonhard Hurzlmeier (1983) 

Studies fine arts since 2004 at Akademie der Bildenden Künste in Munich at Prof. Jerry Zeniuk's class. 

Cocuration at the offspace gallery Weltraum in Munich and cofounder of the  projectmagazine T 2000.

Group exebitions (choice):         

 

                        2009   Trans: formal, San Francisco, U.S.A.

                                     Hurzlmeier d.Ä. d.M. d.J., Romantikhaus, Jena                                     

                                     Des Kaisers neue Kleider, München 

                                     Venus&Mars, Weltraum, München

                                     Junge Münchner Malerei, Galerie Vogt, München

                                     Bavarian Show, Modern Art Gallery, Los Angeles, U.S.A.

                                     Weltraum - Jahresüberblick, Lothringer13, München                                                                                                                                                                                                                                                              Trans: formal, Pharmaca, Los Angeles, U.S.A.

                                     Das Herr Winkelhuber Stipendium München, Weltraum, München

                         2008   Kleinere Arbeiten, Raum 500, München 

                                     Spitzenwerke der Zeichnung aus der Sammlung Abstädt, München 

                                     Jahresgaben, Kunstverein München 

                                     Schwebende Superquallen zerquetschen Jets in der Luft,

                                        Weltraum, München

                                     Transport, Skaftfell, Seydisfjördur, Island

                                     17072008, Galerie Grimm/Galerie Zink, München

                                     Knock knock - erster Stock rechts, München

                                     Bei Skylla und Charybdis, Weltraum, München

                         2007   Trans: abstraction, Weltraum, München 

                                      Wir zeigen fast alles II, Kunstpavillon, München                           

                                      Wir zeigen fast alles, Koloss-Saal, München

                                      Open House Gallery, Pullach 

                          2006   Konversativer Neofiguratismus in der gegenwärtigen Romantik, 

                                          Feierwerk/Kranhalle, München  

                                      Galerie der Kunstakademie Budapest, Ungarn

                          2005   Visual Issues, Städt. Galerie, Traunstein 

                          2003   Barer Kunstverein, München        

 

Publications:                Trans: formal

                                       17072008 – Die wa(h)re Kunst

                                       Weltraum - Jahresüberblick           

 

Kontakt:  E-Mail: leonhurz@yahoo.de

 

Posted by Leonhard Hurzlmeier on 5/15/09 | tags: Vita / V. C.




Spiritus Rector

Spiritus Rector

 

Freitag Abend, Rumfordstraße 26 - Weiße Wände, Parkett, zwei Räume, ein Tresen. Bis raus auf die Straße alles voll mit Leuten, die Tram kommt nicht mehr vorbei, die Nachbarn klingeln. Gibt die Queen Autogramme? Man schiebt sich durch die Massen, und steht plötzlich vor einer röhrenden Muskelmaschine und einem Typ der wild in schwarzer Farbe tanzt. Kunst also! Frische Kunst aus der Region! Projektion, Installation, Objekt, Skulptur, Zeichnung, Malerei. Ans Fenster gepinselt, Papiere in die Luft geklebt, Stangenkonstruktionen und die Erkenntnis, das die eigene Erwartung hier keine Rolle spielt. Wo ist die Preisliste, wer ist der Galerist? Galerie, nein nein, Projektraum, Off-Raum, Off-Space! Der Beweis, was, kein Weißwein? ist, Nichts ist eindeutig, Bei Skylla und Charybdis!, zwei Helle, sonst zerquetschen schwebende Superquallen Jets in der Luft. Opfere dich - nein!, und drei Helle für Me, myself and I und acht für Vision and fiction, Atlantis sind wir, im Doppelpack, im Modelluniversum. Fünfundzwanzig Kästen für nächste Woche, da hängen wir Hundertsechs Künstler dazu spielt Kurbelmusik und Herr Winkelhuber vergibt sein München Stipendium. Alles für Mythos und Legende - Neu New York! Zum entlüften gehen wir Morgen an die Isar, schmecken bei Sonne, Föhn und Blauen Bergen aufs Neue das unentdeckte Land aus der Luft. Also trink erst noch ein Helles mein Freund und steck dir ein Stück Zeitgeist ein, bevor der Abend verglüht. Dreh noch eine Runde. Hast du schon das Plastikschwert mit Elfenbein Knauf gesehen oder die Abstrakten aus Los Angeles? Nein? Dann mal los, aber schau das du bald nach Hause kommst, denn Nachts ist der Weltraum nichts für die Lebenden. Die Bilder entlassen im Dunkel ihre Geister, Dämonen aus Öl und Ton, die sich schaurige Geschichten erzählen: Ein Typ, gerade verstorben, wacht an einem weißen Strand auf, eine leichte Briese bewegt die Palmen durch perfekte Luft, perfekte Wellen rollen sich in der sichelförmigen perfekten Bucht aus. Kommt ein Typ in weißem Anzug vorbei, 'Servus ich bin der Teufel, pass auf, ich hab nicht viel Zeit dir alles hier zu erklären, aber da hinten, am anderen Ende der Bucht, ist eine Bar...'.

 

Leonhard Hurzlmeier


Posted by Leonhard Hurzlmeier on 5/2/09




Von Rollen und Kugeln

Von Rollen und Kugeln - Ein Sommer im Norden; Teil 1

Die dicken Frauen von Grimstad

 

Es gibt Länder, genauer gesagt Orte, Städte, die sich durch ihren ganz eigenen Charakter auszeichnen. So eine Stadt ist Grimstad in Norwegen. Das besondere an Grimstad sind seine Frauen. Gut gebaute Frauen. So gut gebaut, das sie Speckgürtel groß wie Tracktorreifen auf ihren Hüftknochen tragen können. 

Diese Dickheit gab mir sehr zu denken. Ein dermaßen exorbitantes Breitenwachstum muss einen Grund haben. Die These die ich mir dazu entwickelte heißt "Speck für die Zukunft". Ein kleiner Zeitungsartikel brachte mich auf diese Idee. In ihm erfuhr ich von einer Hypothese, die besagt das Speck schlau macht. Und zwar das ungeborene Kind im Mutterbauch. Die Forscher wollen herausgefunden haben, das die Hüftspeckfettzellen besonders viel mehrfach ungesättigte Fettsäure enthalten und das diese ungesättigte das Kleine mit Grips versorgt. 

Weiterführend hieße dass, das runde Frauen sich evolutionär durchsetzten, weil sie schlaue Söhne auf die Welt brachten die erstens, besser überlebten und sich zweitens, dem Vorbild folgend, ebenfalls eine Frau mit ordentlich Liebesrollen suchten. So verschlaute die Menschheit.  

Das hatten unsere Urahnen auch bitter nötig, denn sie waren eine gefährdete Minderheit in einer sehr bedrohlichen Welt, voller wilder Tiere, Säbelzahntiger und Zyklopen. Ähnlich eingeschränkt sind die Norweger von Heute. Verschwindend wenige fünf Millionen stehen sieben Milliarden gegenüber. Grund genug für die Norwegische Regierung oder eine patriotische Geheimorganisation, sich an die Taktik der Vorfahren zu halten, dass heißt an den intelligenten Speck ihrer Landesfrauen. Wenn man es schaffte, aus fünf Millionen fünf Millionen schlaue zu machen, wäre das für Norwegen ein Pfund. Ergo wird daran gearbeitet die Frauen zu päppeln, zu infiltrieren, damit sie sich fettreich ernähren. Ganz geheim versteht sich und mit Tracktorreifen als Ergebnis. 

 

 

Von Rollen und Kugeln - Ein Sommer im Norden; Teil 2 

Der Seeelefant

 

Eines Tages setzte ich mich in das kleine Boot mit dem Außenborder und fuhr rüber nach Grimstad. In einem Einkaufszentrum, gleich beim Grimstader Hafen, keine hundert Meter von der Kaimauer entfernt, gibt es einen großen Kiosk. Dort wollte ich mir was zum knabbern holen. Aber wie das so ist, die Schoko und Keks Auslage ist groß. Ich wollte nichts leckeres übersehen und schaute mich um. Bei meinem Rundblick entdeckte ich eine kleine Frau. Anscheinend hatte sie sich ein Eis gekauft und versuchte nun es zu essen. Den Arm mit dem Eis am Ende hielt sie vor sich hoch und bewegte ihren Körper, dem leckenden Kopf hinterher, mal links mal rechts herum. Der Grund für die Verrenkungen war so einleuchtend wie unverständlich. Eine riesige Eistüte, groß wie ein umgedrehter Clownshut, überbordend von türkis schimmernder Eiscreme. Wäre die Frau ein Seeelefant gewesen, ich hätte es vestanden. Aber die Frau war höchstens ein überfordeter Fischotter. Argwöhnisch kniff ich die Augen zusammen - warum frisst diese kleine Frau sechs große Kugeln Eis? Ich verfolgte ihre Bewegungen. Sie stand etwas breitbeinig da, den Kopf in den Nacken gelegt, vor einem Regal mit bunten Limonaden. Zwischen verspannten Lippen drückte sich eine spitze Zunge heraus die den Eishaufen nach Tropfstellen absuchte. Dazu kam ein Funkeln in ihren Augen. Ein Glanz wie man ihn bei kleinen Kindern sieht, wenn sie euphorisch in dem Geschmackskomplex aus frischer, weicher Kälte und samtener Süße eintauchen.

Alle Schokolade war vergessen, ich konnte nur noch Eis denken. Die Verkäuferin hinter der Theke war nur im Brustportrait zu sehen, eingerahmt von Kaugummi und Lutschbonbons in Krimskrams Ständern. Ich bestellte ein Eis und die junge Frau machte sich bedächtig auf den Weg Richtung Kühltrog. Ein blonder Marshmallow. Die Flaschen im Regal erzitteten. Ich wählte Tiramisu. Sie drehte sich zur Seite um mit ihrem Kegelförmigen Arm eine Waffel vom Stapel zu holen. Doch, oh Schreck, sie schwenkte an den kleinen Waffeln vorbei und nahm eine Jumbowaffel vom Stapel, groß und hohl, unendlich tief. Sie beugte ihren schwappendem Ranzen in den Trog und begann mit einer entwaffnenden Selbstverständlichkeit Eis hinein zu schaufeln. 

Irgendwas war hier faul. Die Frau von vorhin hatte nicht zu ihrem Eis gepasst, die Jumbowaffel passte nicht zu meiner Bestellung, die Dicke machte keinen verwirrten Eindruck. Doch im Angesicht dieser unwiderstehlichen Anhäufung war ich wie gelähmt. Das unmittelbare Erleben von Wachstum wirckte hypnotisierend. Größenwahn stellte sich ein und glänzende Augen. Einen Berg Kugeleis essen -  ein Irrwitz.

Mein Atem beschlug die Trogscheibe. Die Waffel war nun voll. Doch mit dem Blick eines Ästheten prüfte der Seeelefant sein Werk, die Folge war die sechste krönende Kugel. 

Mit einem trockenen Schlucken begriff ich: Die Frau von vorhin und ich sind beide Opfer der gleichen Macht geworden. Der weiße Seeelefant von Grimstad arbeitet unverfroren an der Verfettung der Welt.  

 

Leonhard Hurzlmeier 

 

Posted by Leonhard Hurzlmeier on 5/2/09





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