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Nowhere

SEPTEMBER

Exhibition Detail
Group Exhibition
Curated by: THEMA FRAU
Blumenthalstrasse 8
10783 Berlin
Germany


September 4th, 2010 - September 25th, 2010
Opening: 
September 3rd, 2010 7:00 PM - 9:00 PM
 
UNTITLED, Henry KleineHenry Kleine, UNTITLED, 2010
© Courtesy of the artist & SEPTEMBER
> ARTISTS
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.september-berlin.com
NEIGHBORHOOD:  
other
EMAIL:  
office@september-berlin.com
PHONE:  
+49 (0)30.25.93.06.84
OPEN HOURS:  
We - Sa 12 - 6 pm and by appointment
> DESCRIPTION

SEPTEMBER freut sich die Gruppenausstellung „Thema Frau“ präsentieren zu können. „Thema Frau“ ist das erste in einer Reihe von thematischen Projekten, zu denen wir Gastkünstler und Künstler der Galerie von nun an in regelmäßigen Abständen einladen werden. Die Teilnehmer setzen sich hierbei mit Begriffen auseinander, die sehr allgemein und zugleich mit gesellschaftlicher Bedeutung aufgeladen sind, wie etwa „Kontrolle“ oder „Geld“. Als erstes dieser Projekte kreist „Thema Frau“ um die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Aspekte von Weiblichkeit, Rollenbilder oder die Darstellung von Weiblichkeit. Zugleich stellt die Ausstellung die Kategorisierung „Frau“ als künstlerisches Thema in Frage. Teilnehmer wurden aufgefordert, sich ernsthaft mit dem „Thema Frau“ auseinanderzusetzten, oder auch das „Thema“ bewusst zu ignorieren und den Titel als Allgemeinplatz betrachten.

Das Spektrum der malerischen Positionen in „Thema Frau“ reicht von abstrakten Arbeiten wie dem Kleid, dass Carsten Fock und Bernhard Wilhelm gestaltet haben, über die reduzierten Gemälde Joachim Grommeks und der Schweizer Malerin Nicole Böniger bishin zu Kerstin Drechsels Serie IT REMINDS ME OF SOMETHING. In ihrer Serie nimmt Drechsel den berühmten schwarzen Stein der Kaaba in Mekka, der von einem silbernen Band in Form einer Vulva umrandet ist, als Grundlage für Bildkompositionen, die gleichzeitig unterschiedliche Sticker der Frauen- und Lesbenbewegung einbezieht.

In ihrer Fotografie ARISAG-I greift Chris Dreier ein Thema romantischer Landschaftsmalerei auf: Ihre mit der Lochkamera aufgenommene Ansicht einer Meeresküste weckt Assoziationen zu Haut, Muskeln und weiblichen Körperformen. Fallow 01, die Kohlezeichnung der New Yorker Künstlerin Chloe Piene, zeigt den weiblichen Körper im Stadium des Verfalls. Ebenso inspiriert von den anatomischen Darstellungen Dürers und Da Vincis wie auch von Death Metal und Goth-Ästhetik zeigt sie ihn als fragile Hülle, als Schauplatz für Vergänglichkeit, Lust und Transzendenz.

Während die Videoinstallationen LIE AND DIE der schwedischen Künstlerin Malin Arnell und Girlfriends der Niederländerin S.M. van der Linden auf sehr unterschiedliche Weise Liebes- und Freundschaftsbeziehungen zwischen Frauen thematisieren, basiert Untited (By the River of Säve), die raumfüllende Videoinstallation des jungen schwedischen Künstlers Conny Karlsson, auf Gesprächen mit einem älteren Transvestiten über dessen extreme Erfahrungen mit Gewalt und sadomasochistischen Rollenspielen. Auf Daniela Comanis großformatiger Textarbeit ICH WAR’S. TAGEBUCH 1900-1999 beansprucht eine fiktive Ich-Erzählerin prägende historische, wissenschaftliche und kulturelle Ereignisse der Moderne und Postmoderne für sich – die Errungenschaften und Katastrophen des männlich dominierten 20. Jahrhunderts werden zu einer rein weiblichen Angelegenheit.

Für ihre 1980 entstandene Fotoserie Die Anlehnung bat die Berliner Künstlerin Renata Stih befreundete Kommilitonen an der Akademie in Karlsruhe ein christliches Motiv aus der Buchmalerei des 12. und 13. Jahrhunderts nachzustellen, die sogenannten „Johannesminne“, bei der der sitzende Apostel Johannes seinen Kopf an die Schulter oder die Brust Christi lehnt. Stihs Serie nutzt die ursprüngliche Konstellation des Andachtsbildes, um aus feministischer Sicht Situationen zu erzeugen, in denen männliche Verletzlichkeit und Intimität provoziert wird. Auch die Prints des Berliner Künstlers Henry Kleine verweisen auf die Emanzipationsbewegungen der 1970er und 1980er Jahre. Kleine nutzt damals populäre Motive wie die schwarze Bürgerrechtlerin Angela Davis oder Portraits von Indianerinnen und Schamaninnen, um daraus semi-abstrakte Kompositionen zu entwickeln.

Ursula Döbereiners Mutter-Tochter-Girlande vereint zeichnerische und mit der Nähmaschine bearbeitete Portraits der besessenen Linda Blair und von Ellen Burstyn aus William Friedkins Horrorfilm Der Exorzist (1973), der wie andere Werke des „New American Cinema“ kindliche Sexualität und familiäre Abgründe, Ängste und Neurosen thematisierte.

Sandra Meisels abstrakte Hartfaserskulptur Die schönste Geschichte der Welt I taxiert physische und psychische Zustände, die zu kippen oder aus dem Gleichgewicht zu geraten drohen: Zweifel, Sehnsucht, Rausch, Verstörung. Die Künstlerin interessiert hierbei die Übertragung von subjektiven Stimmungen und Empfindungen in eine sehr präzise und reduzierte formale Sprache. Auch Bettina Allamodas Stretch-Skulptur nutzt das Vokabular von Minimal und Post- Minimal, um sich formal mit Fesseln, Verknoten, Einengen auseinanderzusetzten, aber assoziativ auch mit Fetischisierung und den Mechanismen von Macht und Unterwerfung zu spielen.

Reproduktion und Fortpflanzung inspirierten Johannes Paul Raether zu seiner Skulptur, für die er einen modernen High- Tech Kinderwagen in eine Art Kampfmaschine umgestaltet – eine Mischung aus futuristischem Transformer und ultraaggressivem Statussymbol. Ein Hybrid aus Raumanzug, Priesterinnengewand, Zwangsjacke und Rüstung ist Ogar Grafes tragbare Skulptur Lunatic Asylum, die aus tausenden von silbernen Teelichterbehältern zusammengesetzt ist –eine Referenz an die Unterdrückung von Frauen, Irren und gesellschaftlichen Außenseitern.


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