Chicago | Los Angeles | Miami | New York | San Francisco | Santa Fe
Amsterdam | Berlin | Brussels | London | Paris | São Paulo | Toronto | China | India | Worldwide
 
Worldwide

Museum Ludwig Köln

Exhibition Detail
Nico – Stationen einer Pop-Ikone
Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Germany


October 30th, 2008 - February 1st, 2009
 
LP Cover Velevet Undergorund & Nico , Andy WarholAndy Warhol,
LP Cover Velevet Undergorund & Nico ,
(1967, Verve records)
© Coverdesign Andy Warhol, Slg. Uwe Husslein
Nico on stage with Velvet Underground, The Trip, L.A. , Lisa LawLisa Law,
Nico on stage with Velvet Underground, The Trip, L.A. ,
1966
© Foto Lisa Law, Slg. Uwe Husslein
< || >
> ARTISTS
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.museum-ludwig.de
COUNTRY:  
Germany
EMAIL:  
info@museum-ludwig.de
PHONE:  
+49/221/221-26165
OPEN HOURS:  
Tuesday to Sunday (incl. public holidays): 10 a.m. to 6 p.m. Every first Thursday of the month 10 a.m. to 10 p.m. Closed on Monday
TAGS:  
music, photography, performance, pop
> DESCRIPTION

Nico, bürgerlich Christa Päffgen, geboren am 16. Oktober 1938 in Köln, gestor-ben am 18. Juli 1988 auf Ibiza, war Fotomodell, Schauspielerin und Sängerin. Bekannt wurde sie durch das Debütalbum der Rockband "The Velvet Under-ground". Ihre Solo-Platten mit experimentellem Klang und einer nihilistischen Grundstimmung brachten ihr Anerkennung in der Kunstszene und inspirierten zahlreiche Musiker. In diesem Herbst wäre Nico 70 Jahre alt geworden. Dies nimmt der Kurator Uwe Husslein in Zusammenarbeit mit dem Kölner Museum für Angewandte Kunst zum Anlass, um die Ausnahmekünstlerin mit einer Aus-stellung zu ehren.

Christa Päffgen wächst in Berlin auf, wo der bekannte Berliner Modefotograf Herbert Tobias sie 1954 als Fotomodell entdeckt. Sie arbeitet unter anderem für den Modedesigner Heinz Oestergard, auf dessen Vermittlung sie noch im selben Jahr nach Paris übersiedelt. Willy Maywald, der seit Ende der 30er Jahre in Paris eine führende Rolle als Modefotograf einnimmt, engagiert Päffgen für große Modemagazine wie "Elle", "Vogue", "Esquire", "Vie Nuove", "Mascotte Spettacolo", "Camera" und für große Modehäuser wie Coco Chanel. Auch in Deutschland ist die gebürtige Kölnerin in den 50er und 60er Jahren immer wieder auf den Titelblättern führender Mode- und Designmagazine wie zum Beispiel "Twen" und "Der Stern" zu sehen.

In Paris nimmt Christa Päffgen den Künstlernamen Nico an und widmet sich nun auch der Schauspielerei. In Fellinis Klassiker "La Dolce Vita" agiert sie an der Seite von Marcello Mastroianni und Anouk Aimée. In Jacques Poitrenauds Film "Strip-Tease" von 1963 spielt Nico die Hauptrolle und singt die Titelmelo¬die, die Serge Gainsbourg produzierte.
In diese Zeit fallen auch ihre ersten Kontakte zu der unter dem Einfluss der Beatles aufblühenden Popmusikszene. Sie lernt Bob Dylan in Paris kennen, der ihr den Song "I`ll keep it with mine" widmet (1965). In London trifft sie im selben Jahr die Rolling Stones, die ihre erste Single produzieren. Andy Warhol ent¬deckt Nico schließlich als Sängerin für die von ihm produzierte Band Velvet Underground.

Zahlreiche bekannte Fotografen wie Richard Avedon, Steven Shore, Nat Finkelstein, Billy Name, Gerard Malanga und Lisa Law porträtieren sie in jenen Jahren, in denen sie unter anderem mit den Musikern Jim Morrison und Iggy Pop befreundet war. Ende der 60er Jahre kehrt sie nach Europa zurück, um dort ihre Solokarriere als Sängerin und Schauspielerin (unter anderem mit dem französischen Avantgardefilmregisseur Philippe Garrel) fortzusetzen. "Deutschland" spielt als Thema in ihrem Werk immer wieder eine Rolle, so ver-öffentlicht sie schon Anfang der 70er Jahre Texte in deutscher Sprache und in-toniert das "Lied der Deutschen".

In den letzten Jahren ihres Lebens lebt und arbeitet sie unter anderem mit dem Berliner Musiker Lutz "Lüül" Ulbrich (Mitglied der Bands Ashra Temple und Agitation Free) zusammen. 1988 stirbt Nico an den Folgen eines Fahrradunfalls auf Ibiza. Sie wird in Berlin beigesetzt. Posthum erscheint 1995 der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Dokumentarfilm "Nico" der Kölner Regisseurin Susanne Ofteringer.

Die Ausstellung vom 30. Oktober 2008 bis 1. Februar 2009 im Museum für Angewandte Kunst dokumentiert die unter¬schiedlichen "Rollen" der aus Köln stammenden Künstlerin anhand von Mode- und Porträtaufnahmen berühmter Fotografen wie Herbert Tobias, Willy Maywald, Nat Finkelstein, Lisa Law, Fiona Adams, Kevin Cummins und ande¬ren. Außerdem sind Veröffentlichungen über Nico in Zeitschriften wie "Film Culture", "Elle" oder "Twen" zu sehen sowie Ori-ginalplakate, Plattencover, Bücher und Filme von Fellini, Warhol, Nameth "E.P.I" und anderen. Dazu kommt Musik von Velvet Underground, Nico solo etc.

Die Ausstellungskonzeption orientiert sich an der Biographie der Künstlerin und zeichnet in drei Kapiteln den Weg vom Modell zur Schauspielerin und Musikerin nach. Mit zahlreichen audiovisuellen Medien dokumentiert sie die bewegte Geschichte Nicos, die1982 auch ein Konzert im Kölner "Stollwerck" gab, das ebenfalls in Ausschnitten gezeigt wird.

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Ausstellung der Zusammenarbeit Nicos mit Andy Warhol und der Band Velvet Underground, unter anderem ist die epo-chale Multimediashow "Exploding Plastic Inevitable" in einer Großprojektion zu sehen. Im Kosmos der Warhol Factory steigt Nico als Schauspielerin zum "Superstar" auf. "Chelsea Girls", Warhols filmisches Hauptwerk, hat er zentral um die Figur Nicos arrangiert. Ihre erste Solo-LP unter demselben Titel "Chelsea Girls" (1967), die dem berühmten New Yorker Künstlerhotel gewidmet ist, enthält die ersten Aufnahmen des jungen Jackson Browne.

Neben den zeitgeschichtlichen Dokumenten steht die Musik selbst im Mittel-punkt der Ausstellung. Besucher können mit einem speziellen Audioguide¬system zahlreiche O-Töne und Musik selbst abrufen. Den Schlusspunkt der Ausstellung bilden einige Arbeiten aktueller Künstler, die sich in ihren Werken auf Nico beziehen. Dazu zählen zum Beispiel Fotografien von Philip Lethen und Videos von Trance Groove.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Konzerten und Filmen. Nähere Informationen im Internet unter www.museenkoeln.de/mak und dort unter Veranstaltungen.


Copyright © 2006-2013 by ArtSlant, Inc. All images and content remain the © of their rightful owners.