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Buchheim Museum

Exhibition Detail
Die Holzstöcke
Am Hirschgarten 1
D-82347 Bernried
Germany


July 8th, 2012 - October 7th, 2012
 
The Bay, Karl Schmidt-RottluffKarl Schmidt-Rottluff, The Bay,
1913/24, color woodcut
© Courtesy of Brücke Museum Berlin
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.buchheimmuseum.de
COUNTRY:  
Germany
EMAIL:  
info@buchheimmuseum.de
PHONE:  
+ 49 (0) 8158 – 99 700
OPEN HOURS:  
April through October Tuesday to Sunday and holidays 10 am – 6 pm, November though March Tuesday to Sunday and holidays 10 am – 5 pm
TAGS:  
woodcuts
> DESCRIPTION

„Karl Schmidt-Rottluff hat nicht nur ein bedeutendes malerisches Werk hinterlassen“, so Magdalena M. Moeller, „sondern er ist auch einer der herausragenden Druckgraphiker des Expressionismus. Insbesondere sein Holzschnittschaffen liefert einen ganz entscheidenden Beitrag zur Graphik der Moderne am Beginn des 20. Jahrhunderts“. 1975 übereignete Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) dem Brücke-Museum über 200 Holzstöcke als Geschenk, welches seitdem über einen einzigartigen Schatz verfügt. Kürzlich wurden diese Holzstöcke, von denen der Künstler per Hand nur einige wenige Holzschnitte abzog, restauriert und erstmals in einer Ausstellung im Brücke-Museum präsentiert. Wir freuen uns, dass wir 30 dieser wertvollen Holzstöcke nun im Buchheim Museum zeigen können, und danken der Direktorin des Brücke-Museums, Frau Prof. Dr. Magdalena M. Moeller, an dieser Stelle sehr herzlich für ihr überaus freundliches Entgegenkommen!

Die ausgewählten Holzstöcke aus dem Brücke-Museum und die dazugehörigen Holzschnitte, also die Abzüge vom Druckstock auf Papier, stammen aus dem Zeitraum von 1905 bis 1920. Damit kann Schmidt-Rottluffs künstlerische Entwicklung und seine unterschiedliche Handhabung der Holzschnitttechnik während der Jahre, in denen er Mitglied der Künstlergruppe „Brücke“ (1905 – 1913) war, bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, in nuce verfolgt werden: Frühe Arbeiten, wie der unter dem Eindruck von Jugendstil und Japonismus stehende Holzschnitt „Bäume im Winter“ sowie „Liegender Akt“ (1906) repräsentieren eine Phase des Experimentierens, in der Schmidt-Rottluff die Ausdrucksmöglichkeiten der Holzschnitttechnik erprobte, aber bereits erkannte, dass er im Holzschnitt „das seiner Persönlichkeit und Formauffassung entsprechende Ausdrucksmittel gefunden“ (Magdalene Schlösser) hatte. Doch erst 1910, nachdem er 1909 mit ungestümen, kurzen und schnellen Schnitten das Holz bearbeitete, beruhigt sich seine Bildsprache. In Arbeiten wie „Haus hinter Bäumen“ (1911) und „Abendunterhaltung“ (1911) hat er die kleinteilige Arbeitsweise überwunden, konzentriert sich auf großflächige Wirkungen und lässt die Ästhetik des Holzes sprechen. Der Farbholzschnitt „Die Bucht“ (1913), der auf einen Aufenthalt in Nidden an der Kurischen Nehrung (Ostpreußen) zurückgeht, dokumentiert Schmidt-Rottluffs Auseinandersetzung mit Kubismus und Futurismus. – Die Auswahl präsentiert viele bekannte Blätter, zum Teil auch aus unserer Sammlung, die nun mit den Holzstöcken – vereinzelt wirken sie wie Flachreliefs - verglichen werden können.

Im Hinblick auf herausragende Gemälde des Buchheim Museums, insbesondere Karl Schmidt-Rottluffs „Norwegische Landschaft“ (1911) und „Nehrungslandschaft“ (1913), die im großen Expressionistensaal zu sehen sind, sei abschließend auf die Bedeutung des Holzschnittes im Kontext des gesamten Schaffens hingewiesen: „Die Druckgraphik, insbesondere der Holzschnitt,“ so Christiane Remm im Katalog, „erfüllt bei Schmidt-Rottluff, wie bei den anderen Brücke-Künstlern auch, verschiedene Funktionen. Sie sind sowohl eigenständige Kunstwerke, können aber im Arbeitsverlauf vorbereitende und abschließende Bedeutung haben. Das druckgraphische Schaffen, der Vorgang des Schneidens und die vollendete Formulierung eines Motivs im Druck stehen in wechselvollen Beziehungen zu anderen Bildmedien, beispielsweise der Zeichnung, dem Aquarell und dem Gemälde. (...) Mit ihrer relativ radikalen material- und technikbedingten Spröde, Reduzierung und prägnanten Struktur erreichen die Holzschnitte direkter und nachhaltiger die letzte Stufe der bildlichen Ausformung und konnten so für Bildlösungen in der Malerei vorbildlich sein.“


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