Der Dortmunder Kunstverein lädt Sie ein zu einer Ausstellung zeitgenössischer polnischer Kunst für Kinder.
Am Anfang der Ausstellungsidee zu „Follow the White Rabbit!“ stand die Erkenntnis, dass Kinder auf besondere Weise in die aktive Teilnahme und Teilhabe an Kultur eingebunden werden müssen. Dieses Ausstellungsprojekt zählte, als es im Krakauer „Bunkier Sztuki“ erstmals ausgestellt wurde, zu den ersten seiner Art und wird nun im Rahmen des Kulturfestivals „Klopsztanga Polen grenzenlos NRW“ auch in Dortmund gezeigt.
Der Ausstellungstitel „Follow the White Rabbit!“ ist Lewis Carrolls Kinderbuch „Alice im Wunderland“ entlehnt und möchte die Besucher dazu anregen, sich auf Unbekanntes einzulassen. Den jüngsten Besuchern wird durch Gegenwartskunst eine ungezwungene Welt der Phantasie eröffnet. Diese gehorcht allein ihren eigenen Gesetzen und einer eigenen Logik. Parallel zur Wirklichkeit unserer Welt behandeln wir die Kunst als ein Wunderland, das jeder betreten kann, der wie Lewis Carrolls Alice bereit ist, auf „die andere Seite des Spiegels“ zu schauen und „das Unmögliche“ zu glauben.
In dieser Ausstellung werden ausschließlich Arbeiten gezeigt, die mit dem Gedanken an Kinder als Rezipienten entstanden sind. Sie berücksichtigen die kindliche Wahrnehmung der Welt und die unterschiedlichen Entwicklungsstadien junger Heranwachsender. Zum Teil sind sie auch Ergebnis der Rückbesinnung der Künstler auf ihre eigene Kindheit. Die Kunstwerke werden die Kinder zur aktiven Teilnahme an der Ausstellung auffordern und sie auf spielerische Weise zu kritischem Denken anregen.
Justyna Koekes Autounfall – aus weichen Materialien genäht – spielt auf die kindliche Faszination an Katastrophen an, die einen intuitiven Drang in sich birgt, sich mit Ängsten und Themen der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Zwei Künstler entwarfen ein Modell, das aus Bausteinen besteht: Hubert Czerepok präsentiert mit Little Boy das Modell einer Atombombe, die man selbst zusammenbauen kann, und Aleksandra Polisiewicz’ Königreich der vereinten Farben ist ein Schaumstoff-Puzzle, das sich auf das Phänomen der Multikulturalität und die Faszination für mathematische Unendlichkeit bezieht. Zorka Wollnys Reise wurde in Form eines Labyrinthes konzipiert und stellt eine Metapher für das Erwachsenwerden dar. Angelika Markuls Verlockung geht ebenfalls auf eine Kindheitserinnerung zurück, die sich mit dem Verlorengehen in einem Maisfeld beschäftigt. Der von ihr entworfene Raum, in dem man jegliches Zeit- und Ortsgefühl verliert, ist komplett mit grünem Nebel gefüllt. Die Reaktionen des Publikums sind hierbei völlig gegensätzlich: Sie reichen von einem Gefühl der Faszination bis hin zu jenem der totalen Einsamkeit. Olaf Brzeskis Installation Ertrinken ist inspiriert von einem Spielzeug aus der Kindheit des Künstlers und beschäftigt sich mit dem Phänomen unserer durch die Zeit prismatisch deformierten und gefilterten Erinnerungen.