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AZKM Muenster

Exhibition Detail
localhost internationale Künstler in/aus NRW
Hafenweg 28
48155 Münster
Germany


June 4th, 2011 - September 18th, 2011
Opening: 
June 3rd, 2011 7:30 PM - 9:30 PM
 
The n\'arrive pas a comprendre, Kiron KhoslaKiron Khosla, The n'arrive pas a comprendre,
2010, Oil on canvas, 80 x 60 cm
© Courtesy Galerie Christian Nagel
> ARTISTS
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.muenster.de/stadt/ausstellung...
COUNTRY:  
Germany
EMAIL:  
kulturamt@stadt-muenster.de
PHONE:  
+49 (0)251 492 419 1
OPEN HOURS:  
Tue-Fri 2-7; Sat-Sun 12-6
> DESCRIPTION

Die Ausstellung localhost, internationale Künstler in/aus NRW untersucht die Bedeutung kultureller Identität in einer durch ständigen Wandel gekennzeichneten Gegenwart, die von widersprüchlichen Prozessen des globalen Zusammenwachsens geprägt ist. Die Bezeichnung „localhost“ steht im Kontext des „world wide web“ für eine Standortbezeichnung, die der Nutzer gegenüber dem globalen Netz einnimmt, welche allerdings nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist – ebenso wie künstlerische Prozesse. Eingeladen werden zwölf internationale Künstlerinnen und Künstler, die ihren Lebensmittelpunkt in NRW haben, und die sich in ihren Werken mit Aspekten ihres ursprünglichen kulturellen Hintergrunds und ihrer Herkunft auseinandersetzen.

Künstlerliste:
Jan Albers
(*1971 in Wuppertal, aufgewachsen in Namibia, lebt in Düsseldorf)
Marianna Christofides (* 1980 in Nicosia, lebt in Köln)
Danica Dakic (*1962 in Sarajevo, lebt in Düsseldorf)
Owen Gump (*1980 in Kentfield, Kalifornien, lebt in Köln)
Thea Gvetadze (*1971 in Riga, Lettland, lebt in Köln und Berlin)
Adam Harrison (*1983 in Vancouver, Kanada, lebt in Düsseldorf)
Diango Hernandez (*1970 in Sancti Spiritus, Kuba, lebt in Düsseldorf)
Kiron Khosla (*1967 in Kalkutta, Indien, lebt in Köln)
Suchan Kinoshita (*1962 in Tokyo, Japan, lebt und arbeitet in Maastricht und Münster)
Rita McBride (* 1960 in Des Moines, Iowa, lebt und arbeitet in Düsseldorf)
Lorenzo Pompa (*1962 in Krefeld, lebt und arbeitet in Düsseldorf)
Glen Rubsamen (*1959 in New York, lebt in Düsseldorf)

Rita McBrides Beitrag zur Ausstellung besteht unter anderem darin, selbst die Rolle des ‚local host’ einzunehmen und die im Ausstellungskonzept angelegte Idee einer internationalen Vernetzung fortzusetzen; den Prozess zu spiegeln. Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen als Pendlerin zwischen den USA und Europa hat sie nun vier internationale Künstler(-gruppen) aus ihrem weiten Netzwerk eingeladen, in Münster verschiedene Performances oder Installationen zu entwickeln, die auf ihre dort präsentierte Arbeit General Growth Bezug nehmen.

Eingeladen wurden:
Jay Batlle
(*1976 in Syracuse, NY, lebt und arbeitet in Brooklyn, NY und Gers, Frankreich)
Discoteca Flaming Star (gegründet 1998 von Cristina Gómez Barrio (*1973 in Madrid, Spanien)
Wolfgang Mayer (*1967 in Kempten, arbeitet in Berlin)
Alexej Koschkarow (*1972 in Minsk, Weißrussland, lebt und arbeitet in New York)
Jen Liu (*1976 in Smithtown, NY, lebt und arbeitet in Brooklyn und Wien)

Die gezeigten Arbeiten können politische, ethische, aber auch ästhetische Fragestellungen aufgreifen, die innerhalb der jeweiligen (außereuropäischen) Kulturen eine gewisse Rolle spielen, jedoch mit einer geografischen und emotionalen Distanz zum eigenen Heimatland im Rheinland erdacht, entwickelt und gezeigt werden. Die Gemengelage unterschiedlicher Identitäts- wie Mentalitätsmuster und die wechselseitige Einflussnahme innerhalb des Ausstellungskonzepts ist bereits im verantwortlichen Kuratorenteam verankert, das neben den Rheinländern Jari Ortwig und Arne Reimann mit Joanne Dijkmann eine junge Kuratorin aus den südöstlichen Niederlanden einbindet.
Der exemplarische Blick der Ausstellung auf NRW mag letztlich offenlegen, dass diese kulturelle Identität längst keine bestimm- oder eingrenzbare Variable ist, sondern geprägt durch (mentale) Pluralität ein dynamischer, offener Prozess zwischen Verlust und Gewinn. Ohne den "Blick-von-Außen" hätte Identität letztlich einen blinden Fleck, definiert sie sich doch immer als Überlagerung und Durchdringung von Beobachtungsperspektiven, nämlich von Selbst- und Fremdbeobachtung.

Mit Künstlern wie Joseph Beuys, Blinky Palermo und Sigmar Polke – um nur drei zu nennen – hat das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) internationale Kunstgeschichte geschrieben. Die Kunstakademien Düsseldorf und Münster gelten über die nationalen Grenzen hinweg als etablierte, höchst attraktive Ausbildungsorte, an denen international renommierte Künstlerinnen und Künstler unterrichten – Professoren, deren künstlerischer Werdegang selbst eng mit NRW verbunden ist. Museen in Bonn und Leverkusen haben das Spektrum künstlerischer Entwicklung in NRW der jüngsten Vergangenheit bis in die Gegenwart aufgegriffen und damit den Stellenwert der dort angesiedelten künstlerischen Produktion im internationalen Vergleich verortet.

NRW gilt jedoch nicht nur mit Blick auf die Produktion als Zentrum virulenter kultureller Praktiken. Schlagwörter wie Kreativwirtschaft oder kulturelle Bildung werden in zahlreichen ungewöhnlichen und bundesweit neuartigen Projekten wie Programmen verlebendigt. Mit der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 wurde ein kulturelles Großereignis an eine der bevölkerungsreichsten, heterogensten und zugleich mit Blick auf den anhaltenden Strukturwandel dynamischsten Regionen Europas zurückgebunden. Dennoch lässt sich in der Kulturlandschaft NRW ein Phänomen beobachten: junge Künstler, Kuratoren und Galeristen, kehren NRW den Rücken und ziehen nach Berlin. Seit den 1990er Jahren wandelt sich Berlin zu einem globalen Kunstzentrum. Als eine Stadt des beständigen Umbruchs und des internationalen Austauschs erscheint Berlin für Kreativarbeiter aus aller Welt als 'the place to be'. Die Internationalität, die Berlin ausmacht, wird nun zum Anreiz, den Fokus auf die Vielschichtigkeit kultureller Herkunft im Kunstbetrieb in NRW zu richten.

Parallel zur Ausstellung localhost werden vier junge Kuratoren des F.A.K. (Förderverein aktuelle Kunst) - Franziska Lena Kluw, Isabelle von Schilcher, Sandra Palina und Miriam Jonas - ein Ausstellungsprogramm mit Künstlern aus NRW konzipieren und mit der Münsteraner Szene vernetzen. Um die kulturwirtschaftlichen Potentiale in Münster zu stärken, werden zeitgleich Galerien in Münster, die in ihrem Programmen junge Kunst fördern, ausgewählte Positionen zeitgenössischer bildender Kunst aus NRW /Münster zeigen.


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