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Beck & Eggeling

Exhibition Detail
Konstruktiv!
Bilker Strasse 5
40213 Düsseldorf
Germany


November 11th, 2010 - January 8th, 2011
 
,
© Courtesy of Beck & Eggeling - New Quarters
> ARTISTS
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.beck-eggeling.de
COUNTRY:  
Germany
EMAIL:  
info@beck-eggeling.de
PHONE:  
+49.211.4 91 58 90
OPEN HOURS:  
Mo: closed Tu– Fr: 10 am – 1 pm and 2 pm – 6 pm Sa: 11am – 4 pm
> DESCRIPTION

100 Jahre Abstrakte Kunst
Unter Kunstwissenschaftlern gilt das Jahr 1910 als Geburtsstunde der abstrakten Kunst. Unter den wichtigsten Protagonisten der neuen Kunst waren vor allem Wassily Kandinsky und Robert
Delaunay, die sich für ein expressiv-lyrisches Abstrahieren der Natur stark gemacht haben, und
Kasimir Malewitsch, dessen „Schwarzes Quadrat auf weißem Grund“ (1915) die Nullstunde und
somit den Neuanfang der Malerei dargestellt hat. Mit seinem „Suprematismus“ und dem darauf
folgenden „Konstruktivismus“ wurde der Weg frei für eine völlig neue, gegenstandslose Kunst im
Dienste einer utopischen, gesellschaftspolitischen Ordnung. Eng verwandt mit der russischen
Avantgarde von Malewitsch, Popowa und Tatlin waren nicht nur die „De Stijl“-Bewegung in den
Niederlanden, sondern auch das Bauhaus und die konkrete Malerei der 1920er und '30er Jahre in
Deutschland, vertreten durch Meister der Abstraktion wie Max Bill, Walter Dexel, Josef Albers und
Carl Buchheister.
Nach dem 2. Weltkrieg versuchten dann die Gründer der Düsseldorfer „ZERO“-Gruppe – Heinz
Mack und Otto Piene - ab 1957 noch einmal die Stunde Null, einen Neuanfang der Kunst
einzuläuten, der von der Vergangenheit unbelastet sein sollte. In den 1960er Jahren etablierte sich
der Minimalismus in den Vereinigten Staaten, eine Bewegung, die auch heute noch einen großen
Nachhall nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa, Südamerika und Asien findet.
Konstruktive Tendenzen in der jungen Gegenwartskunst
Im Mittelpunkt der Ausstellung „KONSTRUKTIV!“ stehen allerdings 16 jüngere Künstler, die sich
in ihrem jeweiligen Oeuvre mit geometrischer Abstraktion konsequent auseinandersetzen – und dies in vollem Bewusstsein dessen, was ihre Vorväter in den letzten 100 Jahren geleistet haben. Im Gegensatz zum historischen „Konstruktivismus“, der sich als streng gegenstandslose Stilrichtung bzw. Bewegung versteht, sind für diese neueste Generation international agierender Künstler die Grenzen der Abstraktion fließend.
In der Ausstellung werden drei unterschiedliche Tendenzen bzw. Herangehensweisen sichtbar. Dazu gehören zum Beispiel Künstler, die sich mit der Architektur bzw. mit dem Begriff und dem Prozess des Bauens und Konstruierens beschäftigen. So wie beispielsweise der Fotograf Tobias Grewe (*1975 Arnsberg), der die Architektur als Ausgangspunkt für ambivalente, abstrakte
Kompositionen nutzt, der Grieche Apostolos Palavrakis (*1962), der als gelernter Architekt die
Grenzen zwischen Architektur und Malerei verschwinden lässt, der Bildhauer Kai Richter (*1969
München), für den das Thema „Bauen“ sowohl bei der Wahl seiner Materialien, als auch beim
Objekt selber eine wesentliche Rolle spielt, oder der Berliner Fotograf Frank Thiel (*1966
Kleinmachnow), der die Architektur durch eine scharfe, gesellschaftspolitische Brille betrachtet.
Des Weiteren werden Künstler gezeigt, die im Sinne der Erfinder der abstrakten Kunst die Grenzen
der Abstraktion in allen Richtungen antasten und somit auf die Probe stellen. Künstler, die mit ihrer
formellen, strukturierten Vorgehensweise die geometrische Abstraktion auf die Spitze treiben.
Zu dieser zweiten Gruppe gehören zum Beispiel Jan Albers (*1971 Wuppertal) und Cathy
Jardon (*1979 Belfort/Frankreich), die die Grenzen zwischen Figuration und Abstraktion,
zwischen Vorbild und Abbild, zwischen Fantasie und Realität erforschen, während Isabelle Borges
(*1966 Salvador/Brasilien) und Christoph Bucher (*1973 Luzern/Schweiz) hingegen eher den
Dekonstruktivisten zugeordnet werden können, die Formen aus ihren gewohnten Kontexten
herausnehmen, reduzieren und neu zusammen mischen. Shannon Finley (*1974 Ontario/Kanada)
und Roman Lang (*1976 Neumarkt) greifen auf Bilder und andere Erzeugnisse der Pop-Kultur
zurück, um kubo-konstruktivistische Kompositionen zu schaffen, die zwischen Kunstgeschichte
und Alltagskultur oszillieren. Franziska Holstein (*1978 Leipzig) verwendet Fotografien als
inhaltliches Fundament sowie als ästhetische Bildkomponente ihrer rätselhaften geometrischen
Abstraktionen, während Sabine Weise (*1968 Leipzig) eine rein formalistische Untersuchung der
gegenseitigen Abhängigkeiten von Linie und Fläche betreibt.
Last but not least sind die Künstler, für die die Geschichte der abstrakten Kunst als konzeptuelles
Konstrukt eine wesentliche Rolle spielt und das Thema „Kunst“ Hauptmotiv ihrer Werke ist. Sie
spielen mit der Kunstgeschichte als Konzept und Quelle, um unseren Blick auf die Kunst im
Allgemeinen zu verschärfen: Lars Breuer (*1974 Aachen) mit seiner Wandmalerei, in die er
Arbeiten von Gerhard Richter und Josef Albers integriert, Frauke Dannert (*1979 Herdecke) mit
ihrer Teppichbodenarbeit – eine Hommage an Max Bill -, Dag Erik Elgin (*1962 Oslo/Norwegen)
mit seinen Museumlabels in Gemäldeformat und Vanessa Henn (*1970 Stuttgart), die mit ihrem
Holzgelände-Turm einen kritischen Blick auf die Utopie der russischen Avantgarde eines Wladimir
Tatlins richtet.
Kurator der Ausstellung ist Gérard A. Goodrow, seit März 2010 Director, Beck & Eggeling new
quarters.


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