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Berlin

Galerie Thomas Schulte

Exhibition Detail
FEEDBACKSTAGE
Curated by: Georg Kargl, Fiona Liewehr
Charlottenstraße 24
D-10117 Berlin
Germany


March 14th, 2009 - April 18th, 2009
Opening: 
March 14th, 2009 5:00 PM - 8:00 PM
 
Feedbackstage, Albert MayrAlbert Mayr, Feedbackstage
© Albert Mayr
A Memory... After Bach\'s Cello Suites, Idris KhanIdris Khan,
A Memory... After Bach's Cello Suites,
16mm film transferred to DVD
© Galerie Thomas Schulte
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> ARTISTS
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.galeriethomasschulte.de
NEIGHBORHOOD:  
mitte
EMAIL:  
mail@galeriethomasschulte.de
PHONE:  
+49 (0)30 20608990
OPEN HOURS:  
Tuesday - Saturday 12 - 6pm
TAGS:  
photography
> DESCRIPTION

„Alles ist Musik“ (John Cage)

Die Ausstellung „Feedbackstage“ ist der Versuch, sich der Aufhebung der Grenze zwischen Abgeschlos-senem und Unvollendetem zu widmen; sie ist Absage an die totale Determination eines realen, durch zeitliche und räumliche Grenzen definierten Werks und deren sinnlich begrenzter Rezeption. Darin erhofft sie sich, Anstoß zu einem Diskurs ohne präzise Grenzen geben zu können.

In unterschiedlichen Medien wie Installation, Foto-grafie, Video und Zeichnung setzen sich die gezeigten Künstler mit Musik und ihrem „Instrumen-tarium“ wie Taktierung der Zeit, Improvisation und Interpretation, Performance oder Notation von Geschichte und Erinnerung auseinander.

Eine Ausstellung zum Thema Musik und Bildende Kunst zu kuratieren, stellt in mehrerer Hinsicht eine Herausforderung dar: Vor dem Hintergrund der avantgardistischen Strömungen eines im frühen 20. Jahrhundert in Manifesten und theoretischen Schriften geführten Diskurses über die Auflösung von Gattungsgrenzen zwischen Musik, Theater, Film und Bildender Kunst besteht die Gefahr, formalistisch oder dogmatisch zu werden und neue hierarchische Verhältnisse zwischen Diskursivem und Visuellem aufzubauen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird John Cage zur zentralen Vermittlerfigur zwischen Bilden-der Kunst und Musik, indem er den Begriff Musik „zertrümmerte“ und für benachbarte Disziplinen öffnete. Sein Prinzip des „kalkulierten Zufalls“ und die in der Fluxusbewegung verfolgte Aufforderung des „do it yourself“ führten zu einer Erweiterung und gründlichen Vermischung der Bereiche. So zum Bespiel versteht Bernhard Leitner – ursprünglich aus der Architektur kommend – den Klang als Bau-material, indem er in seinen wissenschaftlichen Versuchsanordnungen die Wirkungen von Klang-architektur auf die Physis des Rezipienten untersucht. Er zieht neue Grenzen in der Wahrnehmungsstruktur ein, indem er den Raum in Zonen untergliedert, in denen Töne gehört und gefühlt werden können oder sich jenseits des Hörbaren befinden.

Performative und aktionistische Strukturen der Fluxus- und Happeningbewegung, die bis zur gewalttätigen Zerstörung von Musikinstrumenten führten, waren sowohl auf der Rockbühne als auch im Ausstellungsraum allgegenwärtig. Doch wie weit können die auf Destruktion und Dekonstruktion der Repräsentationskultur und des Establishments der Klassischen Musik gerichteten „anything goes“-Strategien führen, bevor sie beliebig werden?


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