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Berlin

Contemporary Fine Arts

Exhibition Detail
MAXIMALISM
Am Kupfergraben 10
D - 10117 Berlin
Germany


May 2nd - June 7th
 
,
© Courtesy of Contemporary Fine Arts
> ARTISTS
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.cfa-berlin.com
NEIGHBORHOOD:  
mitte
EMAIL:  
gallery@cfa-berlin.de
PHONE:  
+49-30 288 787 0
OPEN HOURS:  
Tues-Fri 11-6; Sat 11-4
TAGS:  
mixed-media, painting
> DESCRIPTION

Contemporary Fine Arts freut sich, die Ausstellung “MAXIMALISM” mit Arbeiten von Rosy Keyser, Sam Moyer, Kaari Upson, Borden Capalino und Sachin Kaeley zu präsentieren.

Die junge zeitgenössische Kunst nimmt seit einiger Zeit vermeintlich wieder verstärkt Anleihen beim Minimalismus. Weniger scheint derzeit wieder mehr, die reduzierte Geste, Farbigkeit und Materialität ist hip. Der Titel “MAXIMALISM” hat vor diesem Hintergrund durchaus und bewusst provokativen Charakter. Jedoch richtet sich die Provokation weniger gegen den Minimalismus – muten doch sogar einige der Werke in der Ausstellung eher minimalistisch an – sondern gegen einen zunehmend von „Trends“ bestimmten und zu Simplifizierungen neigenden Kunstbetrieb.

Die Ausstellung vereint Künstlerinnen und Künstler, die ein absolutes Maximum an heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Bilderproduktion eruieren, erforschen, an ihre Grenzen bringen und einsetzen, um ein Werk zu produzieren, das dann wiederum bewusst am Tafelbild als Referenz festhält. Bei keinem der Bilder in der Ausstellung ist  ein Pinsel maßgeblich zum Einsatz gekommen.

Wegweisend bei der Revolutionierung des Gemäldes waren in der jüngeren Kunstgeschichte Lucio Fontana in Europa und Robert Rauschenberg in Amerika. Beide erweiterten – nach der Erschütterung durch Abstraktion und Malewitschs schwarzem Quadrat zu Beginn des 20. Jahrhunderts  - die malerischen Mittel und den Bildraum nochmals maßgeblich. Während Ersterer noch die „Tyrannei“ des Zweidimensionalen durch seine Bildperforierungen in Frage stellte und versuchte, eine Balance zwischen der Idee und ihrer physischen Manifestation zu schaffen, strebte Letzterer danach, den Alltag und seine Spuren, Soziales, in die Malerei zu integrieren und war mit seinen „Combined Paintings“ Wegbereiter einer über Ölfarbe hinausgehenden und sich den Raum erobernden Radikalisierung der Leinwand.

Die Öffnung des klassischen Bildbegriffes macht es den folgenden Generationen an Malereirevolutionären jedoch nicht zwingend leichter sich innerhalb dieses „anything goes“ zu behaupten. Die formale Unterschiedlichkeit der hier versammelten Positionen zeigt auf, in welch verschiedene Richtungen dieser Weg führen kann.

Bei Rosy Keyser und Borden Capalino ist der im Ausstellungstitel konstatierte Maximalismus ganz buchstäblich und materiell radikal eingesetzt, beide integrieren Fundstücke und – im weitesten Sinne – Abfall in ihre Bilder. Bei Capalino sind dies Zivilisationsreste des modernen urbanen Alltags; Dinge, denen entweder aufgrund ihrer organischen Beschaffenheit oder wegen ihres technischen Standards immer schon ein Verfallsdatum anhaftet. Rosy Keyser nutzt auch natürliches, organisches und anorganisches Material oft suburbaner Herkunft wie Sand und Sägespäne, Seile, Holz, Wellblech und legt deren ureigene Energien bei der Komposition ihrer radikalen Assemblagen frei. Auch Sam Moyer lässt in ihren Werken die Natur mit Regie führen, namentlich Sonne und Regen, die auf ihren teils vorher in Tinte gefärbten Leinwänden Spuren hinterlassen. Die so entstehenden, wie Seelandschaften anmutenden, meditativen All-over-Bildstrukturen werden in ihren neuesten Werken mit Marmortafeln im unteren Bildbereich konfrontiert. Sachin Kaeleys hyperrealistisch erscheinende Kleingemälde konterkarieren moderne 3D-Screen Ästhetik, indem sie sie händisch analog imitieren. Kaari Upson begann zwar als Malerin, hat sich jedoch von allen hier versammelten Künstlern am weitesten von diesem Medium entfernt. Ihre aktuellen Werke, in Silikon gegossene Matratzen und Teppichläufer, denen noch im Gießprozess Farben beigemischt werden, lassen sich vielleicht im weitesten Sinne als zeitgenössische Stillleben verstehen, die historisch auch immer Memento Mori und Millieustudie zugleich waren.


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