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Berlin

Deutscher Künstlerbund, Projektraum

Exhibition Detail
memories of future desires
Markgrafenstr. 67
10969 Berlin
Germany


July 12th, 2013 - September 22nd, 2013
Opening: 
July 11th, 2013 7:00 PM - 9:00 PM
 
Looping, Christine SchulzChristine Schulz, Looping, 2013
© Courtesy of the artist & Deutscher Künstlerbund, Projektraum
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.kuenstlerbund.de/deutsch/proj...
NEIGHBORHOOD:  
friedrichshain-kreuzberg
EMAIL:  
info@kuenstlerbund.de
PHONE:  
+49 (0)30 26 55 22 81
OPEN HOURS:  
Tue – Fri, 2 p.m. – 6 p.m. and by appointment
> DESCRIPTION

Über das unermesslich weite Reich und all jene »unsichtbaren Städte«, von denen Italo Calvino in seinem gleichnamigen Erzählband den berühmten Reisenden Marco Polo berichten lässt, herrscht Kublai Khan. Wegen seiner Regierungsgeschäfte unabkömmlich heißt Herrschaft für ihn, blind zu sein für das Beherrschte. Marco Polo wird zu seinem Auge, durch das er erblickt, was ihm selbst niemals begegnen wird. Heute würde der große Khan nicht länger den Erzählungen eines Reisenden lauschen, sondern die für ihn körperlich unerreichbaren Landschaften seines Reiches auf den virtuellen Wegen der weltumspannenden Kommunikationsnetzwerke durchqueren. Zwischen den eigenen Erinnerungen und denen anderer wüsste er immer noch nicht zu unterscheiden.

Christine Schulz öffnet mit ihren ineinander und im Raum verschränkten multimedialen Projektionen Erinnerungslandschaften, deren assoziativ verknüpftes Bildmaterial sich zu raumzeitlich verrückten Welt-Bildern fügt. Ihre für den Projektraum des Deutschen Künstlerbundes entwickelte Installation »memories of future desires« ist eine Zusammenstellung von ausgewählten Einzelwerken aus dem Werk-Archiv »Godspeed«. Dieser Bildfundus spricht auch von der Allgegenwart touristisch aufbereiteter Stadtansichten und mit Fotoapparaten eingefangener Momente des Da-Gewesen-Seins, die als ortlose und endlos wiederholte Panoramen auf Plakatwänden und Multimedia-Screens ebenso wie auf Handy- und Computer-Bildschirmen erscheinen. Solche Bilder beschreiben Orte, an denen man gerade nicht ist, als diejenigen, an denen man gerade sein sollte – um dort wiederum Bilder zu erzeugen, die, via Mobiltelefon und Internet herumgereicht, von vorübergehender Anwesenheit ebenso wie von vorübergehender Abwesenheit zeugen.

Christine Schulz verstrickt immaterielle Projektionen in assoziative Bedeutungszusammenhänge. Geradezu bildhauerisch werden diese geisterhaften Bildschatten im Raum aufgefaltet, verzerrt, verschränkt und teilweise unsichtbar, um an anderer Stelle als Überlagerung auf ein anderes Motiv zu treffen.

Nur am Abend der Vernissage öffnet sich diese in den Raum gebaute Welterkundung einer Begehung. Ansonsten zeigt sie sich dem Passanten, im Wechsel zwischen Tag- und Nachtansicht, hinter den Scheiben der Schaufenster: Unerreichbar zwar, aber offen für den neugierigen Blick, der – sich an nie Gesehenes erinnernd – das unterbrochene Bild über Verschattungen und Leerstellen hinweg ergänzt.

Eine durch die Schaufenster einsehbare Multimedia-Installation- Projektionszeiten: Dienstag bis Freitag sowie am Sonnabend und Sonntag 21./22.09.2013 | 14:00 – 23:00 Uhr


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