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Berlin

dr. julius | ap

Exhibition Detail
Ton Wellen Linien
Leberstrasse 60
D-10829 Berlin
Germany


April 11th, 2013 - May 18th, 2013
Opening: 
April 11th, 2013 7:00 PM - 10:00 PM
 
 Passacaglia XXV, Ray MaloneRay Malone, Passacaglia XXV,
2010, Farbstift auf Papier, 41 x 61 cm
© Courtesy of the artist & dr. julius | ap
 1 / I [aus PHONOGRAPHIEN], Ausschnitt , Julius StahlJulius Stahl,
1 / I [aus PHONOGRAPHIEN], Ausschnitt ,
2013, Kohlepapierzeichnung auf Papier, 21 x 21 cm
© Courtesy of the artist & dr. julius | ap
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> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.dr-julius.de
NEIGHBORHOOD:  
tempelhof-schöneberg
EMAIL:  
m@dr-julius.de
PHONE:  
+49+3024374349
OPEN HOURS:  
Thursday to Saturday 3 - 7 p.m. and by appointment
TAGS:  
sound
> DESCRIPTION

The exhibition Ton Wellen Linien continues dr. julius | ap’s programme dedicated to the renewal and extension of the concrete in art.

Julius Stahl is well known as a Sound artist. His work has been seen, and heard, in renowned museums such as the Centre for Art and Media Technology [ZKM] in Karlsruhe, at significant festivals such as Ars Electronica in Linz, and Transmediale Berlin, as well as in such locations as the Festspielhaus in Hellerau. His way into the visual arts developed out of perspectives in music and sound and thus time-based art. As he himself writes, his engagement with sound and movement “… from physical movement to movement between the senses. Interferences in sensory spaces, between the visible and the audible, based on resonance …”, has led to a particular strain of pictorial work. In his work Julius Stahl draws on fundamental acoustic phenomena, in particular oscillations and sound waves, which we experience as tones, noise or simple resonances. In everyday experience their physical, form- and space-defining properties remain for the most part beyond our field of awareness. In Stahl’s work, using self-developed procedures, the characteristics of the whole complex of sound are transformed and translated into objects and pictorial forms. “The acoustic raw materials,” the artist writes, “are the sinus tone and white noise. By definition the sinus tone already contains the idea of motion. White noise is in direct contrast. It encompasses almost simultaneously the entire range of audible frequencies.” Using imaging methods and procedures of his own devising, Stahl develops sound objects, which operate at the borders of what is acoustically perceptible, as well as phonographs and photogrammes, which attempt to capture vibrations and their forms.” While the pure tone is paramount in the photogrammes, in the process of drawing the graphic works the tone becomes noise.” What is to be seen are the results of processes in the physical operation of sound artistically depicted and presented. In this way, with the help of instruments and apparatuses for recording modulations in oscillation, Julius Stahl creates previously unseen and innovative work. Work which is, for example in taking fundamental physical phenomena as its predominant theme and content, entirely in keeping with the concept of “new concrete art”, which dr. julius | ap is dedicated to further defining and developing.

The exhibition brings new works from this pre-occupation together in the gallery and sets them in relation to each other and the surrounding architectural space.

Ray Malone’s drawings provide a dialogue, a complementary counterpoint to Julius Stahl’s work. The assembled works taken from Malone’s various series relate directly in their content to musical terms and categories, such as rhythm, composition, choreography, and so on. In synthesis with fundamental themes, such as rules of proportion or the definition of space in two dimensions, the works demonstrate his personal approach to these questions. Ray Malone engages both artistically and intellectually and verbally with the characteristics of the line in itself.
In elaboration, for instance, he writes: “a line might be said to have the same character as a note, simply by being singular and incomparable—the task of the artist is to make the line visible, of the composer to let the tone be heard—it is no more, no less, complicated than that!”1 And further: “a line, then a space, another line, and then another space, and of course a further line to declare the space—and so on—so, a rhythm begins, a simple placing, one after the other, and the paper as it were resonates—there’s nothing more to be done”2 [1 Ray Malone – Zwischenraum. Catalogue of the exhibition of the same name in the Mies van der Rohe Haus, Berlin 2012, p. 40. 2 ibid., p. 42]

The work of drawing in itself becomes the point of departure for a serious and concentrated examination of the form and the content of the concrete, which the work not only records in an aesthetically highly pleasing way but also reflects.

Showing both artists together inaugurates a series of duo exhibitions aiming to extend the content and the spatial and artistic possibilities of the gallery’s programme.


Mit der Ausstellung Ton Wellen Linien setzt dr. julius | ap sein Programm der Erneuerung und Erweiterung des Konkreten in der Kunst fort.

Julius Stahl ist als Klangkünstler bekannt geworden. Seine Arbeiten waren in renommierten Museen wie dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie [ZKM] Karlsruhe, auf bedeutenden Festivals wie der Ars Electronica Linz und der Transmediale Berlin oder Orten wie dem Festspielhaus Hellerau zu sehen und zu hören. Sein Zugang zu den bildenden Künsten entwickelte sich aus Perspektiven von Musik und Klang und damit der Zeitkunst. Im Laufe seiner Auseinandersetzung mit den Themen Klang und Bewegung „...von physikalischer Bewegung zur Bewegung zwischen den Sinnen. Interferenzen von Sinnesräumen, zwischen Sicht- und Hörbarem, ausgehend von Resonation...“, wie er selbst schreibt, hat ein eigener Arbeitsstrang in die Gestaltung bildnerischer Werke geführt. Julius Stahl bezieht seine Arbeiten aus elementaren Phänomenen des Akustischen, nämlich Schwingungen und Schallwellen, die uns als Ton, Geräusch oder schlicht Resonation begegnen. Im alltäglichen Erleben bleiben deren physische, form- und raumdefinierenden Eigenschaften in weiten Teilen außerhalb unseres Bewusstseins. In Stahls Arbeiten werden durch selbst entwickelte Verfahren Qualitäten des Gesamtkomplexes Klang transformiert und in Objekte und bildliche Formen überführt. „Akustische Ausgangsmaterialien sind dabei Sinuston und weißes Rauschen. Der Sinuston enthält die Vorstellung von Bewegung bereits in seiner Beschreibung. Im Kontrast dazu steht das weiße Rauschen. Es umfasst den gesamten für den Menschen hörbaren Frequenzbereich in nahezu gleicher Zeit... .“ schreibt der Künstler dazu. Mit von ihm selbst entwickelten bildgebenden Methoden und Verfahren erarbeitet Julius Stahl Klang-Objekte, die sich an Grenzen der akustischen Wahrnehmung bewegen, sowie Phonographien und Photogramme, die Schwingungszustände und deren Ausformungen festzuhalten suchen:


„Während bei den Photogrammen der reine Ton im Vordergrund steht, wird dieser in den Graphiken über das Zeichenverfahren zum Geräusch.“ Darin zeigen sich Ergebnisse von Prozessen physischer Wirkweisen von Klang, die künstlerisch abgebildet und dargestellt werden. So erschafft Julius Stahl mithilfe von Instrumenten und Apparaten zur Aufzeichnung modulierter Schwingungen bisher ungesehene und innovative Kunstwerke.
Dies ist, etwa in Bezug auf die fundamentalen physikalischen Phänomene als übergeordnetem Thema und Inhalt, ganz im Sinne einer Neuen Konkreten, die weiter zu definieren und zu entwickeln sich dr. julius | ap zur Aufgabe gemacht hat.

Die Ausstellung bringt neue Arbeiten aus dieser Beschäftigung in der Galerie zusammen und setzt sie in Beziehung zu einander und dem umgebenden architektonischen Raum.

 

Ray Malones Zeichnungen bilden darin ein dialogisch gegenüberliegendes Gegenstück zu den Arbeiten von Julius Stahl. Die aus unterschiedlichen Serien von Malones Schaffen zusammengestellten Blätter beziehen sich inhaltlich direkt auf Begriffe und Kategorien des Musikalischen, wie etwa den Rhythmus, die Komposition, das Choreografische etc. In Synthese mit grundlegenden Themen, wie den Regeln der Proportion oder der Definition von Raum im Zweidimensionalen, zeigen die Arbeiten seine persönliche Annäherung an diese Fragen. Ray Malone setzt sich dabei stets sowohl künstlerisch als auch gedanklich und verbal mit den Eigenarten der Linie an sich auseinander.
Ergänzend schreibt er beispielsweise: „man könnte sagen, dass eine Linie etwa den Charakter einer Note hat — die Aufgabe des Künstlers besteht darin, die Einzigartigkeit der Linie sichtbar zu machen, so wie ein Komponist eine Note erklingen lässt — so unkompliziert ist das!“ Und weiter: „eine Linie, dann ein Zwischenraum, eine andere Linie, dann ein anderer Zwischenraum, und natürlich eine weitere Linie, um den Zwischenraum zu erklären — und so weiter und so fort — so entsteht ein Rhythmus, das einfache Setzen einer Linie nach der anderen, so dass das Papier widerhallt — hier ist nichts weiteres zu tun“ [aus: Ray Malone – Zwischenraum. Katalog der gleichnamigen Ausstellung im Mies van der Rohe Haus, Berlin 2012, S. 40. u. 42].
Die zeichnerische Arbeit als solche wird so zum Ausgangspunkt einer ernsthaften und konzentrierten Auseinandersetzung mit Inhalten und Formen des Konkreten, die diese in ästhetisch höchst ansprechender Weise zugleich auf dem Papier festhalten als sie auch reflektieren.

Beide Künstler gemeinsam auszustellen bildet den Auftakt einer Reihe von Duo-Ausstellungen, die die räumlichen, künstlerischen und inhaltlichen Möglichkeiten des Programms von dr. julius | ap zu erweitern anstrebt.


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