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Berlin

Aanant & Zoo

Exhibition Detail
"Fünf oder sechs einfache Sachen und Schule für Unsichtbarkeit"
Bülowstrasse 90
10783 Berlin
Germany


February 8th, 2013 - April 13th, 2013
Opening: 
February 8th, 2013 7:00 PM - 9:00 PM
 
, Jochen DehnJochen Dehn
© Courtesy of the artist & Aanant & Zoo
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.aanantzoo.com
NEIGHBORHOOD:  
tempelhof-schöneberg
EMAIL:  
contact@aanantzoo.com
PHONE:  
+49 (0)30 81801873
OPEN HOURS:  
WED-SAT 11-6
TAGS:  
performance
> DESCRIPTION

Vom 08. Februar bis zum 13. April zeigen wir „Fünf oder sechs einfache Sachen und Schule für Unsichtbarkeit“, die erste Einzelausstellung von Jochen Dehn in Deutschland.

Der Künstler bietet in der Galerie Aanant & Zoo wöchentliche Übungen in Ambiguität und Diffusion an und zeigt Möglichkeiten, sich aufzulösen, ohne zu verschwinden. Die Performances sind Versuchsaufbauten zur Verringerung der Distanz zwischen Betrachter und Betrachtetem.

Jochen Dehns Kunstwerke entstehen, indem er seine künstlerische Praxis in Bestehendes einschreibt. Er benutzt, was er vor Ort findet, oft Gegenstände, die man eher übersieht oder er bringt Requisiten mit, die dann Gegenstand für multiple Transformationen werden.

Jochen Dehn: „Ich glaube, wenn wir über Kunstwerke schreiben, wäre das besser unter dem Titel: Zeug, Kunst, Werkzeuge. Der Status, den Objekte bei mir haben, ist ziemlich variabel. Zwei Straußeneier können zu einem großen Omelett verarbeitet werden, sie können so lange getrocknet werden, bis sie leer sind, wenn man das Glück hat, dass sie nicht vorher anfangen zu stinken oder sie können als Veranschaulichung dienen, um den Unterschied zwischen Figuration und Abstraktion zu zeigen.“

Ein Baum, eine Herdplatte, eine Bohrmaschine oder Rasierschaum – alles wird benutzt, um den Hokuspokus heraufzubeschwören. Was wir sehen, verwandelt sich, oder etwas, das vorher nicht zu sehen war, erscheint vor unseren Augen. Ein Wissenschaftler, der ein Phänomen durch ein Mikroskop betrachtet, hat, äußerlich betrachtet, ähnliche Vorgehensweisen und Erkenntnisse. Im Gegensatz zu Wissenschaftlern benutzt Jochen Dehn keine hochwertigen, speziell für nur einen Zweck entwickelten Werkzeuge, sondern untersucht Gegenstände aus unserer Umgebung, ihre vorgesehenen Nutzungen und modifiziert diese.

Um ihr erzählerisches Potential zu erhöhen, benutzt er Techniken, die Kollision, Scheitern oder Missverstehen beinhalten. Er malträtiert oder glorifiziert Objekte, Menschen, Zusammenhänge. Jochen Dehn verhöhnt unsere alltäglichen Wahrnehmungen und probiert Möglichkeiten, das Verhältnis unserer Körper mit ihrer Umgebung zu ändern. Das sind keine Lösungsvorschläge, es geht vielmehr darum, den Bereich des Nicht-Auflösbaren und des Nicht-Festgelegten zu vergrößern.

Jochen Dehn: „Ich erzähle Geschichten, ich mache Performances und zeige Experimente. Die Dinge und Inhalte, die ich bei meinen Auftritten benutze, haben oft ähnliche Eigenschaften wie ein conversation piece 1, oder ich verleihe ihnen diesen Status im Laufe einer Performance. Ich mag Hindernisse. Sie verursachen Zusammenstöße, Stürze, Scheitern, Positionsveränderungen oder Anhalten und und führen so zu Momenten, in denen ein Ort, eine Geste, eine Form oder eine Idee fühlbar und zu einer erlebten Wirklichkeit werden.“

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1 In den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts verbreitete sich eine Innenausstattungsmode in Haushalten in Nordamerika. Die Bewohner stellten ein Ding in den Flur ihres Hauses, oder in den ersten Raum, den ein Besucher betreten würde. Wert und Schönheit dieses Dinges waren nicht die wichtigsten Kriterien für seine Auswahl, es sollte vor allem wie fehl am Platz wirken, den ersten Eindruck stören, oder hässlich, vielleicht geschmacklos sein. Visuelle Hindernisse, die ein Stocken und im Anschluss daran eine Unterhaltung auslösten. Im besten Fall wurden sie zum Grund und zum Inhalt einer Unterhaltung, die sowohl dem Besucher als auch dem Gastgeber die Zeit und Möglichkeit bot, zu überlegen, ob man weiter ins Innere des Hauses gehen wollte oder ob man besser wieder hinausginge. Diese Dinge hiessen conversation pieces.

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From the 8th of February to the 13th of April we present „Five easy pieces and school for invisiblity“, Jochen Dehn‘s first solo-show in Germany.

In the Aanant & Zoo gallery space the artist proposes weekly training courses in ambiguity and diffusion and shows possibilities to dissolve without disappearing. His performances are experimental set-ups aiming at the reduction of the distance between viewer and beheld.

Jochen Dehn inscribes his artistic practice in that which already exists. He makes use of things that he finds in situ, often things that are overlooked; or else he brings props with him, which are then subject to multiple transformations.

Jochen Dehn: „If we write about my artworks it might be best to do so under the heading: Stuff, art, tools. The status of the objects that I deal with varies a lot. Two austrich eggs can be used to cook a giant omelette, you can dry them, until they are completely empty if you are lucky enough that they don‘t start to smell, or you can use them to show the difference between figuration and abstraction.“

A tree, a hotplate, a drill or shaving foam, everything is used to conjure up the hocus-pocus. What we see becomes something else, or what was unseen appears before our eyes. A scientist, observing a phenomenon through a microscope, uses similar approaches and witnesses related appearances. In contrast to scientists Jochen Dehn does not make use of high quality tools, developed for a specific application but researches and subverts the possibilities of objects that surround us and examines their modalities of interaction and their usage.

To enhance their semantic content he uses techniques of collision, failure and misunderstanding. The objects, persons and contexts are by turns maltreated, glorified or put to good use. He defies our everyday perceptions and offers exercises to change the relation of our bodies to the environment. It‘s not about solutions, he tries to enlarge the space of the undetermined and irresolvable.

Jochen Dehn: „I tell stories, I perform and I show demonstrations. The objects and contents that I use in my performances, often share the qualities of a conversation piece1. If they don‘t do so already I try to bestow it upon them by means of a performance. Obstacles are essential for my work. They force me to collide, skip, jump and dodge. They lead to falls, failures and stops and thus to instants of realisation: moments in which place, gesture, form and concept become tangible.“

(translated by the artist)


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