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Berlin

Sassa Trülzsch

Exhibition Detail
What is Identity?
Blumenthalstr. 8
10783 Berlin
Germany


January 11th, 2013 - February 16th, 2013
 
 Sketch for "Eingebildete Männlichkeit / Imagined Masculinity “, Philipp GuflerPhilipp Gufler,
Sketch for "Eingebildete Männlichkeit / Imagined Masculinity “,
2012 , videostill
© Courtesy of the artist & Sassa Trülzsch
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.sassatruelzsch.com
NEIGHBORHOOD:  
tempelhof-schöneberg
EMAIL:  
info@sassatruelzsch.com
PHONE:  
+49 30 88 929 775
OPEN HOURS:  
Wednesday – Saturday 11 – 6 and by appointment
TAGS:  
text, installation, video-art, sculpture
> DESCRIPTION

Philipp Gufler (*1989) plays with the ideas of becoming and contextualizing oneself in normed identities. His travesty crosses the social construct of masculinity in the installation „Eingebildete Männlichkeit / Imagined Masculinity “ as well as the construct of authorship with a series of contemporary icons being hermaphrodites between painting, sculpture and texts. What art has produced over centuries is as we see it in his exhibition projected either on his body, in the space or in our minds.

For the first space of the gallery Philipp Gufler produced a translucent "notebook" on sexuality to confirm, loose and question identity. In "1978 (Pride IV)" we read it like an early booklet with textual inspirations found in books or papers mixed with own thoughts. Some quotes can´t be recognized anymore and others show their authorship through well known figures like Querelle. Single pages float in a frozen coloured liquid. They lean against the walls or lie on a glass table. The gallery lights shine through them and their shadows paint the space. Within this presentation two additional, but very different collages are shown. They are made together with artist Max Schmidtlein and represent the collective practice in Philipp Gufler´s work. These cooperative works are sandwiched glasses designed with screen prints and coloured glue from both sides.

The second space of the gallery appears in claret like a 19th century drawing room, but with blanks, as if pictures would have been removed and only one remained. It is a video showing all the missing pictures on printed veils overlying the artist´s body. The allusion to the motif of projection can be seen here as traveling between the blanks themselves and his method of layering. One blank in the installation is the door to the gallery´s third space. Behind that door is the hidden staircase where an old-fashioned recorder is placed playing the sound piece "Topographie der Erregungen/ Topography of Excitement" by Daniel Door. His work functions as an independent contribution to Philipp Guflers work "Eingebildete Männlichkeit".

Philipp Gufler´s work, to quote last but not least an anonymous passage of his own collages, is "physical, narcissistic, sumptuous, belting and close-mouthed" - and in a very refreshing way a great and playful combination of rebellion and tradition.



Philipp Gufler (*1989) spielt mit den Ideen des eigenen Werdens und der Kontextualisierung innerhalb normierter Identitäten. Seine Travestie überschreitet sowohl das soziale Konstrukt von Männlichkeit, wie in der Installation „Eingebildete Männlichkeit“, als auch das Konstrukt von Autorenschaft, wie mit einer Serie zeitgenössischer Ikonen, die Zwitterwesen zwischen Malereien, Skulpturen und Texten sind. Was Kunst über die Jahrhunderte hinweg hervorgebracht hat, sehen wir in seiner Ausstellung entweder auf seinen Körper und in den Raum projiziert oder als Projektion des Geistes.

Für den ersten Raum der Galerie hat Philipp Gufler ein durchsichtiges „Notizbuch“ über Sexualität hergestellt. In seinen Aufzeichnungen und Andeutungen bestätigt er Identität oder er verliert und hinterfragt sie. Wir lesen rote, grüne, violette und gelbe Textcollagen wie ein frühes verfasstes Heft mit Inspirationen, - gefunden in Büchern oder Zeitungen und vermischt mit eigenen Gedanken. Einige Zitate sind nicht mehr als solche erkennbar, andere zeigen ihre Autorenschaft durch die Erwähnung bekannter Figuren wie Querelle. Als einzelne Blätter treiben sie in einer gefrorenen farbigen Flüssigkeit. Sie lehnen gegen die Wand oder liegen auf einer Glasplatte. Die Lampen der Galerie scheinen durch sie hindurch, so dass ihre Schatten die Wände bemalen. In diese Presentation sind zwei weitere, sehr unterschiedliche Kollagen gehängt. Sie sind zusammen mit Max Schmidtlein entstanden und stehen für die Öffnung von Philipp Guflers Werk zur collektiven Praxis. Diese kooperativen Werke sind übereinandergeschichtete Glassplatten, die von zwei Seiten mit Siebdrucken und Klebstoff gestaltet sind.

Der zweite Raum der Galerie erscheint ganz in Weinrot wie ein Salon aus dem 19. Jahrhundert, aber mit Leerstellen, als ob Bilder von der Wand genommen wurden, von denen nur eines verblieben ist. Es ist ein Video, das die fehlenden Bilder auf bedruckten Schleiern zeigt. Sie überlagern den Körper des Künstlers. Die Anspielung auf das allgemeine Motiv der Projektion wandert zwischen den Leerstellen selbst und der Methode der Überlagerungen. Eine weitere Leerstelle in der Installation bildet die Tür zum dritten Raum der Galerie. Hinter dieser Türe befindet sich das verlassene Treppenhaus, wo ein Rekorder platziert ist, der das Klangstück "Topographie der Erregungen“ von Daniel Door spielt. Seine Arbeit ist ein unabhängiger Beitrag zu Philipp Guflers „Eingebildete Männlichkeit“.

Um Philipp Guflers Arbeit nicht auch zuletzt durch ein Zitat einer anonymen Passage aus seinem eigenen Werk zu beschreiben: Sie ist „ physisch, narzisstisch, üppig, zusammenhaltend – verschlossen“ und auf eine sehr erfrischende Weise eine großartige und verspielte Kombination von Rebellion und Tradition.


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