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Berlin

Substitut

Exhibition Detail
act 1
Torstrasse 159
10115 Berlin
Germany


September 8th, 2012 - October 20th, 2012
 
,
© Courtesy of Substitut
> ARTISTS
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.substitut-berlin.ch
NEIGHBORHOOD:  
mitte
EMAIL:  
info@substitut-berlin.ch
OPEN HOURS:  
Wed - Thu 4-7pm, Fri 4-9pm, Sat 2-6pm
> DESCRIPTION

Die beiden Herbstausstellungen act 1 und act 2 sind künstlerischen Positionen
gewidmet, die im weiteren Sinne Wirkung über das Kunstsystem hinaus entfalten.
Act ist als Handeln aber auch (Schau-)Spielen/Akt zu verstehen. Die eingeladenen
Künstler/innen bearbeiten alle gesellschaftspolitische Themen. Anders als an der zu
Recht vielkritisierten Berlin Biennale behauptet aber kein Kurator direkte Einflussnahme
auf Gesellschaft und Politik durch die Kunst. Trotzdem scheint es heute mehr
den je wichtig, Künstler/innen eine Plattform zu bieten, die nicht in erster Linie
Erfolg auf dem Kunstmarkt anstreben, sondern Fragen nach gesellschaftspolitischer
Relevanz suchen, stellen und beantworten.
Christina Hemauer und Roman Keller folgen im Dokumentarfilm «A Road Not
Taken» den Spuren der von US-Präsident Jimmy Carter auf dem Weissen Haus
installierten Solar-Panels, welche später von Reagan wieder abmontiert worden
sind. Die Künstler hatten die seltene Gelegenheit mit Jimmy Carter ein Interview
zu führen. Der Film dokumentiert einerseits das Kunstprojekt der beiden Künstler
und bietet andererseits Einblick in einen Teil der Geschichte des Umgangs mit
erneuerbarer Energie in den USA.
Im Substitut werden die Künstler die Aktion «end of life» inszenieren. Die Besucher/
innen können am Eröffnungswochenende eine alte (Edison-)Glühbirne mitbringen.
Diese wird im Substitut verglüht und dabei fotografiert. Als Andenken kriegen
die Besucher/innen das Foto des Verrauchens der Glühbirne. «End of life» ist eine
Ode an die Vergänglichkeit und ein Stück Trauerarbeit.
Stefan Baltensperger und David Siepert verstehen sich als lose Formation.
Mit dem Einzug von «Camp West» verwandeln Sie das Substitut für sechs Wochen
in ein Labor zur Untersuchung der subjektiven und emotionalen nationalen Identität.
«Camp West» ist eine fiktive Organisation zur Stärkung der Identität des Westens
und zur Bewahrung vor der Durchdringung durch das Fremde. Es ist eine westlichterroristische
Organisation, die Mitglieder rekrutiert, um sie in einem Camp gegen
eine vermeintliche Gefahr durch das Fremde vorzubereiten. Mit einem Werbevideo
sowie mit Plakaten und Promotionsmaterial haben Baltensperger und Siepert im
vergangenen Sommer auf «Camp West» aufmerksam gemacht und in der Schweiz
aktiv Mitglieder geworben. Das Projekt hat eine mediale Reaktionswelle ausgelöst,
durch die ein kritischer Diskurs initiiert wurde.
Die gesammelten digitalen Spuren dieser Diskurse sowie die Gegenüberstellung
des «Camp West»-Werbevideos mit Aufnahmen real existierender Gruppierungen
dienen als Einstieg zur Auseinandersetzung mit Fremdenangst und der Auflösung
nationaler und territorialer Identitäten. Das Projekt wird zeitgleich in China in einem
Magazin publiziert, um in einem neuen Kontext Kommentare und Diskurse zu generieren.
Diese Kommentare werden laufend mit den bestehenden verwoben und
bilden eine neue transnationale Identitätsebene.
REINIGUNGSGESELLSCHAFT (RG) zeigen das Video «Die Straße der Hoffnung
». «Die Straße der Hoffnung» steht für den Wunsch nach einer freiheitlichen
Entwicklung in Russland. Taxifahrer werden zu Experten für Stadtentwicklung und
reflektieren ihre Sicht auf soziale-, politische-, ökonomische und ökologische Verhältnisse
in St. Petersburg. Ihre Analyse wird in Vorschläge für Straßenumbenennungen
umgesetzt.
REINIGUNGSGESELLSCHAFT (RG) agiert seit 1996 als Projektgruppe an der
Schnittstelle von Kunst und Gesellschaft. Die Akteure der RG, Martin Keil und
Henrik Mayer sehen die Widersprüche einer Gesellschaft im Strukturwandel als
Ausgangspunkt ihrer Arbeit. In den Projekten werden Interventionen und Kooperationen
der Bereiche Kunst, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft modellhaft erprobt.
Inhaltlich geht es u. a. um eine Auseinandersetzung mit der Demokratieentwicklung
und den Perspektiven der Arbeitsgesellschaft.
Es ist nicht ganz klar, was Roland Wagner eigentlich ist, oder was er macht, ob
er ein Künstler ist oder ob Roland Wagner überhaupt Roland Wagner ist. Roland
Wagner behauptet Roland Wagner zu sein, Künstler zu sein, Manager, Schwimmer,
Unternehmensberater, Politiker, Liebhaber und Familienvater. Entsprechend den
Aktionen und Projekten, die er lanciert, behauptet er sich immer wieder neu.
Im Projekt „Weltrekord“ ist er sowohl Manager, Familienvater als auch Schwimmer.
Als 44 jähriger Schwimmer wollte er ein gewaltiges Comeback feiern, indem er
einen neuen Weltrekord über 50m Freestyle aufstellen würde. Als Neffe eines
Millionenschweren Investors, der unter mysteriösen Umständen umkam, behauptet
er der rechtmässige Erbe von 20 Millionen Schweizer Franken zu sein, um
sich als investigativer Journalist auf die Jagd nach diesem Geld zu machen. Mit
dem von ihm gegründeten Künstlerkollektiv Pink Pudel sagt er unter anderem der
Wohnungsnot in Zürich den Kampf an. Roland Wagner ist ein Romantiker und ein
Dandy, der sich immer nur sehr grossen Themen, wie Ruhm, Reichtum und Liebe,
widmet und so auch gleich gesellschafts- und konsumkritisch die Welt verbessern
will. (Text: Adrian Notz, Direktor Cabaret Voltaire, Zürich)
In Berlin sucht der Künstler nach den 20 Millionen oder tritt als Berater für Steuerhinterzieher
auf oder... Aktionen des Künstlers werden kurzfristig angekündigt.


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