Neue Harmonie
Bei den Werken von Karin Fleischer ist die Quelle der Inspiration nicht die greifbare Wirklichkeit, sondern die ungreifbare und unkörperliche Musik. Das verdeutlicht, wie grenzüberschreitend das Unterfangen der Künstlerin ist: Sie wendet sich als ihrer Quelle der Inspiration einem akustischen, flüchtigen Phänomen zu und erfasst das Unsichtbare mit den Mitteln der Malerei. Das entspricht einer Aussage Paul Klees: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“
Karin Fleischer transponiert unsichtbare Musik in sichtbare Kunstwerke. Damit löst sie auch einen anderen Gegensatz auf, einen Gegensatz, bei dem sich nach Lessing Musik und Literatur in der Zeit und Malerei und Bildhauerei im Raum entfalten. Die Künstlerin überwindet auch dieses Problem, indem sie mit ihren Werken eine neue Synthese schafft, oder, besser und musikalischer gesagt: neue Harmonie darstellt. Zoltan Somhegyi