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Berlin

Galerie Max Hetzler (Oudenarder Straße)

Exhibition Detail
Werke aus den 80er Jahren
Oudenarder Straße 16-20
D-13347 Berlin
Germany


June 23rd, 2012 - July 21st, 2012
 
Untitled, Georg HeroldGeorg Herold, Untitled,
1988 , bricks electroplated (copper) on canvas, roof laths, 290 x 205 cm
© Courtesy of the artist & Galerie Max Hetzler
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.maxhetzler.com
NEIGHBORHOOD:  
prenzlauerberg, pankow
EMAIL:  
info@maxhetzler.com
PHONE:  
+49 30 459 77 420
OPEN HOURS:  
Tuesday - Saturday 11 am - 6 pm
TAGS:  
sculpture, video-art, installation
> DESCRIPTION

Wir freuen uns, Sie auf unsere Ausstellung mit ausgewählten Werken von Georg Herold aus den 80er Jahren aufmerksam zu machen. Herolds vielgestaltiges Œuvre umfasst neben Skulpturen und Malerei auch Installationen und Videoarbeiten, die die politische, kulturelle und gesellschaftliche Wirklichkeit des Künstlers reflektieren. Mit Witz, Ironie und Humor überprüft er unter Verwendung "armer" Materialien gewohnte Klischees auf ihre Richtigkeit und spielt sowohl auf inhaltlicher als auch formaler Ebene mit der Wahrnehmung des Betrachters.

Die seit den 80er Jahren von Herold etablierten Bildmotive, bestehend aus Dachlatte, Ziegelstein und Kaviar, in Kombination mit alltäglichen Gegenständen wie Filz und Seidenstrumpfhosen, finden sich in den ausgestellten Arbeiten
wieder.

In Herolds sogenannten "Lattenbildern" wird der klassische Keilrahmen seiner Funktion als Träger der Leinwand enthoben. Stattdessen wird das Rohmaterial selbst, die Dachlatte, zum Bildträger. Das Bedürfnis des Künstlers, sich auf das Wesentliche zu beschränken, entstammt dem Versuch, möglichst frei von vorhandenen Assoziationen zu arbeiten. Herold misstraut dem Erhabenen und will die Kunst vom Sockel holen. Wie in Pyramide, 1990, steht stets das Nachdenken über grundsätzliche Fragen nach Volumen, physischer Präsenz und Ästhetik an erster Stelle.

Bild und Begriff stehen bei Herold in engem Zusammenhang. Die Titel geben überraschend oft das visuell Repräsentierte direkt wieder oder kommentieren es allenfalls ironisch wie in Blind Order, 1990, eine Skulptur aus Dachlatten und Ziegelsteinen, um die ein Filzteppich gerollt wurde. In anderen Arbeiten hingegen, wie Melancholia, 1990, das unmittelbar auf die Publikation "The Anatomy of Melancholy" des englischen Gelehrten Robert Burton verweist, gibt der Künstler Einblick in seine Erlebniswelt.

In einem Interview aus dem Jahr 2005 fragt Herold danach, wie sich die Menschen zu seinen Ziegelbildern verhalten, und ob sie sich diese auch über das Bett hängen würden. Während eines der Bilder in der Ausstellung Lucio Fontana zu zitieren scheint, wirken die Ziegelsteine in den beiden früheren Arbeiten auf ganz eigene Weise; Konventionen der Malerei werden mit der Montage der Ziegel buchstäblich auf den Kopf gestellt. Die Steine wirken deplatziert und fremd, und die ursprüngliche Verwendung zum Konstruieren und Bauen kleinbürgerlicher Eigenheime wird zugunsten subversiver Interpretationen wie der des Steine werfenden Revoluzzers möglich.

Steht der Ziegelstein als Metapher deutscher Spiessbürgerlichkeit, so kann Kaviar, den Herold seit 1989 oftmals mit Schellack auf die Leinwand aufbringt, als Allegorie auf eine sinnentleerte Kunstwelt gelesen werden in der Kunst oft als reines Luxusgut verstanden wird.


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