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Berlin

Substitut

Exhibition Detail
a.i.r.5 - artists in residence
Torstrasse 159
10115 Berlin
Germany


June 2nd, 2012 - July 14th, 2012
Opening: 
June 1st, 2012 7:00 PM - 9:00 PM
 
,
© Courtesy of Substitut
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.substitut-berlin.ch
NEIGHBORHOOD:  
mitte
EMAIL:  
info@substitut-berlin.ch
OPEN HOURS:  
Wed - Thu 4-7pm, Fri 4-9pm, Sat 2-6pm
> DESCRIPTION

Bereits zum fünften Mal zeigt das Substitut eine Auswahl Stipendiat/
innen, die in Berlin einen Atelieraufenthalt haben.Breitbeinig steht der
kräftige Luciano da. Selbstbewusst schaut er
die Passanten auf der Torstrasse an – sein Porträt ist transparent
direkt ins Schaufenster geklebt. Im Raum hängt ein weiteres Bild,
welches ihn von hinten zeigt. Auf seinen Rücken hat er einen Teil
des Viertels tatöwiert, in dem er wohnt; das Barrio Piedra Buena in
Buenos Aires. Der Künstler Gian Paolo Minelli hat dort während
mehreren Jahren fotografiert und mit jugendlichen Drogenabhängigen
gearbeitet. Die meisten im Problemviertel konsumieren Paco/
La Pasta Base (Crack), irren auf der Suche nach neuem Stoff
schlaflos tage- und nächtelang umher. Minelli hat sich behutsam
dem Problemviertel und den Jugendlichen angenähert und mit ihnen
Aktionen organisiert, die in diversen Videos dokumentiert sind. Einmal
malen sie ein Murale «La Pasta Base MATA» (Crack tötet) oder
Luciano zieht eine lange Stoffbahn über eine dunkle Kreuzung.
Song-Ming Ang überschreitet in seinem neusten Video die Grenzen
zum Kitsch. Ausgangspunkt waren Bildschirmhintergrund-Motive.
Ziel des Künstlers ist, aufgrund enger kompositorischer Vorgaben
ein «mood-piece» zu kreieren. Inspiration für Song-Ming Ang waren
Karaoke-Videos, seine Motivation war, etwas Schönes zu schaffen.
Dies natürlich mit einer gehörigen Portion Ironie und Dilettantismus.
Enstanden ist ein postmodernes Pastiche, das stark an die Ästhetik
der 80er-Jahre erinnert und eine Referenz an Popkultur darstellt.
Ang gibt der Atmosphäre Vorrang über den Inhalt.
Es wird nie Nacht in Christian Waldvogels Video «contre-jour».
Die auf Spitzbergen entstandene Arbeit folgt 360° der Sonne.
24 Stunden fotografische Aufnahmen (alle 12 Sekunden eine) sind
zu einer 15-minütigen Endlosschleife komprimiert. Die nie untergehende
Sonne hebt unsere gewohnte Wahrnehmung der Zeit auf
und weckt Sehnsüchte nach ewigem Licht. «Contre-jour» ist ein
fotografischer Begriff, der direkte Aufnahmen gegen eine Lichtquelle
bezeichnet. Direkt übersetzt heisst contre-jour gegen den Tag. Weil
die Kamera stets auf die Sonne gerichtet ist, dreht sich die Erde im
Video entgegen der Erwartung nicht nach links sondern nach rechts.
Christian Waldvogel hebt in seiner Arbeit die Naturgesetze auf, dies
allerdings auf fast hinterhältige Weise, setzt er doch eine genaue
Beobachtung voraus. Wer achtet schon darauf, dass sich die Erde
eigentlich andersrum drehen müsste?
Über Misha Andris Arbeiten schreibt Sarina Scheidegger: Sie «sind
geprägt durch Parallelwelten, welche in ihrem Werk aufeinandertreffen
und eine Spannung zur Realität erzeugen. Süsses braucht Stinkendes,
Sexualität und Rituale werden angedeutet, Animalisches
und Kindliches vermischen sich, Fantastisches trifft auf Sakrales. (...)
Es sind die Gegensätzlichkeiten zwischen Mensch, Tier und Erde,
welche die Arbeiten Andris konturieren, in jenen finden sich Divergenzen
und Kollisionen aber auch immer wieder überraschende Gemeinsamkeiten.
Die spielerische, zwanglose Auseinandersetzung
mit dieser Thematik zeichnet das künstlerische Schaffen Andris aus,
das heilige Reh tanzt mit dem Wolfspelz und die päpstlichen Pinguine
erfreuen sich an der Hermaphrodite.»
Am letzten Tag der Ausstellung zeigt das Kolletiv mercimax die Performance
coffee&prejudice, welche im April am PAZZ-Festival in
Oldenburg Premiere hatte. Dazu schreibt mercimax: Welche begangenen
Vergehen trauen Sie einem Menschen zu? coffee&prejudice
lädt Sie ein, Ihre eigene Urteilskraft bei einer 1:1 Gegenüberstellung
zu testen. Das Kollektiv mercimax befasst sich seit seiner letzten
Theaterproduktion mit dem Thema der Gegenüberstellung. Es
benutzt das Format nicht als kriminalistische Milieustudie, sondern
als theatrale Metapher einer Beurteilungssituation. mercimax spielt
mit der Frage, wieviel Information es braucht, bis eine Person verdächtig
erscheint und welche Umstände das Urteil des Zuschauers
bilden. coffee&prejudice ist eine performative Installation für einen
Zuschauer/eine Zuschauerin und dauert 15 Min. Die beteiligten
Komplizen werden vor Ort gecastet.
Wir würden uns freuen, wenn Sie über die Ausstellung berichten
könnten.
Freundliche Grüsse
Urs Küenzi


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