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Berlin

Galerie Neurotitan

Exhibition Detail
ZUm schein Ich verzehre mich, wenn das alles ist
Rosenthalerstr. 39
10178 Berlin
Germany


December 3rd, 2010 - January 8th, 2011
Opening: 
December 3rd, 2010 6:00 PM - 8:00 PM
 
,
© Courtesy of Galerie Neurotitan
> ARTISTS
> QUICK FACTS
WEBSITE:  
http://www.neurotitan.de
NEIGHBORHOOD:  
mitte
EMAIL:  
shop@neurotitan.de
PHONE:  
+49.(0)30.308 725 76
OPEN HOURS:  
Mo - Sa: 12 - 20h, So: 14 - 19h
> DESCRIPTION

Vom 3. Dezember bis zum 8. Januar zeigt die Ausstellung "Zum Schein - Ich verzehre mich, wenn das alles ist" Zeichnungen, Spontankritzeleien, plakative Malerei, Comic und Installationen von Protagonisten der Berliner Musikszene. Das Thema des Verzehrens zieht sich als roter Faden thematisch durch die Schau: Als Konsumieren des Vorhandenen, als Sichverzehren, als eine Sehnsucht, die sich trotzig gegen Leere und scheinbare Möglichkeiten sträubt.

Unter dem Schein der Begrifflichkeiten wird „Kunst“ gezeigt, die teils nicht zur Präsentation gedacht war sondern nebenbei, ohne Zweck, oder aber gerade zu einem Gebrauchszweck entstand – immer jedoch aus innerem Antrieb, und wenn dieser sich nur als Spaß kleidete. Wer das Bedürfnis des spontanen, wenig reflektierten Aktes des Festhaltens in den Werken sucht, wird näher an den Kern der Arbeiten und die Absicht der Schau stoßen: Da wird ein scheinbar geringwertige Medium wie Kopierpapier oder Pizzakarton fokussiert und als prominenter Bildträger hervorgehoben. Mit der Umrisshaftigkeit und dem bloß Angedeuteten und doch Konkretem, der schnell hingeworfenen Zeichnung, geht das Narrative einher: Zeichnung als Mittel der Kommunikation - und zugleich Kunst.

 

Drei junge Aktivistinnen der Musikszene und des so genannten „Untergrunds“ der Stadt haben die Ausstellung zusammengestellt: Chrizzi, in der Band Yukon Orange aktiv, You’re Only Massive!, sowie Juliane Vonna Schönhauser, die als Künstlerin unter dem Stempel „Poplars and Rocks“ seit vielen Jahren Konzerte mit unbekannten Bands organisiert, um ein Forum für Musik und Kunst jenseits des offiziellen Kulturbetriebes zu schaffen.

Die Ausstellung ist mehr als die Weiterführung vorangegangener Projekte: Sie stellt über die Präsentation der gemeinsamen Lust am Krakeln, Zeichnen und Gestalten die Verbindung zwischen ganz unterschiedlichen Akteuren der Musikszene her. Diese Verbindung konstatiert sich in "unnützen" Krakeleien, der Gestaltung von Flyern oder der handgemachten Anfertigung von Plattencovern - überall dort, wo bildende Kunst Teil der musikalischen Welt und des Alltags wird. Dazu gibt es Arbeiten, die in Wechselwirkung mit der Musik stehen, sie illustrieren oder musikalisch inspiriert sind. Diese Funktionen und schnelle Ausführungen von Ideen bestimmen den Stil der Arbeiten, es finden sich Bleistiftzeichnungen neben Filzstift- und Tuschebildchen oder großflächig bunten Malereien.

Einige der Beteiligten sind vor allem erfolgreiche Musiker, bei anderen liegt der Schwerpunkt ihres Schaffens im Bereich der bildenden Kunst, manchen dient das Malen oder Zeichnen nur zur Ausschmückung einer schlichten, zur Verbreitung gedachten Notiz. Die Frage „Was ist Kunst?“ wird die Ausstellung sicher nicht beantworten. Auf jeden Fall aber gibt sie einen interessanten Einblick in eine bildkünstlerisch aktive Musikszene Berlins, die sich zwischen den Polen Punk und Mainstream bewegt - ohne weder dem einen noch dem anderen anzugehören - wobei eine Parallele zum Do It Yourself der Untergrundkultur und dem Außenseitertum der Kunstwelt tendenziell zu erkennen ist.


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