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„Wenn Sie diese Worte lesen\, vollzieht sich in Ihne n eines der Wunder der Natur. Sie und ich gehören nämlich zu einer Spezies mit einer bemerkenswerten Fähigkeit: Wir können im Geist unseres Gegenübers mit höchster Präzision ganz bestimmte Bilder entstehen lassen. (…) Diese F ähigkeit heißt Sprache. Indem wir nichts weiter tun\, als mit dem Mund Gerä usche zu produzieren\, können wir im Gehirn anderer Personen neue und präzi se Gedankenkombinationen erzeugen. Diese Fähigkeit kommt uns so selbstverst ändlich vor\, daß wir nur allzuleicht vergessen\, welch ein Wunder sie ist. “ (Steven Pinker „Der Sprachinstinkt“)

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Das Funkti onieren der Sprache\, ihre Grenzen und ihre Möglichkeiten beschäftigte vor allem im letzten Jahrhundert Philosophen und Dichter\, Dadaisten und Zeiche ntheoretiker. Diesem Spannungsfeld zwischen dem Wunder der Sprache\, der Mö glichkeit des Nicht- oder Missverstehens und der Poesie als legitimem Zugan g zur Welt\, widmet die Galerie Aanant &\; Zoo die Ausstellung From the Age of the Poets. Fünfundzwanzig bekannte und weniger bekannte Pos itionen des 20. und 21. Jahrhunderts erschaffen einen Raum\, in dem diese F ragen polarisieren können. Ein zentrales Thema der Ausstellung sind Überset zungen: Die mögliche Übersetzbarkeit von Sprache zu Sprache\, von System zu Sytem\, vom Konkreten zum Abstrakten und bisweilen zurück\, teilen viele K ünstlerinnen und Künstler.

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Max Schaffer (*1985) sc höpft Papier aus einem trivialen Alltagsgegenstand: Feinsäuberlich teilt un d zerschreddert er ein Billyregal\, weicht es ein und gewinnt so den Wertst off Papier. Bücher und ihr Eigenwert\, der für viele weit über den eines si mplen Gegenstandes reicht\, bringen die diesjährige Documenta-Teilnehmerin Simryn Gill (*1959) dazu diese in vollkommen andere Bedeut ungsträger zu wandeln: Die Künstlerin fordert Freunde und Bekannte auf\, ih r ein Lieblingsdruckwerk (ob Gandhi-Biographie oder Hulk-Comic) zu geben. A us diesen fertigt sie in präziser Arbeit Halsketten.

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Auch F alke Pisano (*1978) transformiert Materialien. In ihren Performanc es\, die auf reinen Sprechakten beruhen\, formt sie vielschichtige Skulptur en. Stück für Stück\, Wort für Wort kulminieren ihre Aussagen und Sätze zu Linien und Verstrebungen und bilden sogenannte ‚complex objects‘. Eine ande re Form der Übersetzung findet in den Pergament Rollen Edw in Moes (*1971) statt. Diese basieren auf dem Gabriel Alphabet \, das durch die spontane Zusammenarbeit des Künstlers mit seiner sech sjährigen Nichte entstand. Moes forderte sie auf\, das lateinische Alphabet zu kopieren. Noch nicht im Bewusstsein der Bedeutung der einzelnen Buchsta ben\, malte sie das sechs-jährige Mädchen schlichtweg ab. Durch die maleris che Transkription von einem Zeichensystem in ein anderes kreierte sie eine kalligraphisch-ornamentale Geheimsprache.

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Anders sind die Übertragu ngen von Michael Müller (*1970) und Mike Ruiz (*1984) zu verstehen. Die von Müller entwickelte K4-Schrift\, an der der Künstler seit über 17 Jahren arbeitet und die mittlerweile aus mehr als 300.000 verschiedenen Symbolen besteht\, ist ein stetig fortlaufen des und komplexer werdendes System. In der Ausstellung sind Teile der Trans kription eines programmatischen Epos des 20. Jahrhunderts – Robert Musils < em>Mann ohne Eigenschaften – zu sehen. Einen praktisch umgekehrten Weg \, nicht der Erhöhung \, sondern der Reduktion\, hat Mike Ruiz ein geschlagen\, indem er den Tractatus logico-philosophicus\, eines d er zentralen Werke Ludwig Wittgensteins\, in Basic English überset zt. Diese Sprache\, dem Esperanto nicht unähnlich\, besteht aus insgesamt 8 50 Wörtern und fußt auf der Behauptung\, dass eine so vergleichsweise gerin ge Anzahl an Wörtern völlig ausreicht\, um alle Phänomene der Welt zu besch reiben.

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Das Zeichen als pures und eigenständiges Bild ist ein weite rer essenzieller Inhalt der Ausstellung: Jenseits von den grundlegenden Ele menten der Lesbarkeit und des Verstehens\, reflektieren die Arbeiten Friederike Feldmanns (*1962) und Henri Michauxs (1899 - 1984) den Gestus des Schreibens: Was bleibt\, sind Linienführungen und Schriftlandschaften – Schrift in ihrer rein visuellen Ästhetik – oft i rritierend nah an der Grenze zur Lesbarkeit. Auf die Struktur von Schriftst ücken geht die kolumbianische Künstlerin Johanna Calle (*1 965) ein. Indem sie dünne Metallstäbe\, einen für jedes Wort\, in die Indic es von Lexika und Enzyklopädien einflicht\, legt sie den Aufbau dieser Ordn ungssysteme offen.

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Das 20. und junge 21. Jahrhundert haben die Leistungen der Sprache als Medium der Beschreibung und das damit einher gehende Be- und Ergreifen der Welt ins Unüberschaubare getrieben. Ob nun du rch Fragmentierung von Sätzen\, Transkriptionen zwischen Systemen\, ob durc h Vereinfachung oder Überhöhung ins (nahezu) Unverständliche. „The Age of t he Poets“ vereint bedeutende und vielschichtige Wege\, sich den Fragmenten der globalen Welt anzunähern. Sprache zeigt sich dabei an keiner Stelle als überwunden\, sondern als unumgängliches\, aber dehnbares Medium.< /p> DTEND:20121020 DTSTAMP:20140821T104649 DTSTART:20120907 GEO:52.49888;13.36055 LOCATION:Aanant & Zoo\,Bülowstrasse 90 \nBerlin\, 10783 SEQUENCE:0 SUMMARY:From the Age of the Poets\, Johanna Calle\, Luis Camnitzer\, Darbov en\, Michael Dreyer\, Friederike Feldmann\, Ian Hamilton Finlay\, Dora Garc ía\, Geerten\, Simryn Gill\, Peter Greenaway\, Channa Horwitz\, Bethan Huws \, Vlado Martek\, Henri Michaux\, Edwin Moes\, Robert Montgomery\, Michael Müller\, Aribert Verheus Ostrowski\, Kasper Pincis\, Falke Pisano\, Gerhard Ruhm\, Mike Ruiz\, Max Schaffer\, Carl Trahan\, Cy Twombly UID:232611 END:VEVENT BEGIN:VEVENT DTEND:20120907T220000 DTSTAMP:20140821T104649 DTSTART:20120907T200000 GEO:52.49888;13.36055 LOCATION:Aanant & Zoo\,Bülowstrasse 90 \nBerlin\, 10783 SEQUENCE:0 SUMMARY:From the Age of the Poets\, Johanna Calle\, Luis Camnitzer\, Darbov en\, Michael Dreyer\, Friederike Feldmann\, Ian Hamilton Finlay\, Dora Garc ía\, Geerten\, Simryn Gill\, Peter Greenaway\, Channa Horwitz\, Bethan Huws \, Vlado Martek\, Henri Michaux\, Edwin Moes\, Robert Montgomery\, Michael Müller\, Aribert Verheus Ostrowski\, Kasper Pincis\, Falke Pisano\, Gerhard Ruhm\, Mike Ruiz\, Max Schaffer\, Carl Trahan\, Cy Twombly UID:232612 END:VEVENT END:VCALENDAR