ArtSlant - Recently added http://www.artslant.com/ber/Events/show en-us 40 Philip Loersch - Galerie Jette Rudolph - April 25th - June 7th <p>english version below</p> <p>"Schlie&szlig;lich ist selbst das am sorgf&auml;ltigsten konstruierte Repr&auml;sentationssystem noch immer eine Konstruktion, die zwangsl&auml;ufig ebenso viel ausschlie&szlig;t, wie sie einschlie&szlig;t." (Eleanor Heartney: Kunst und Gegenwart, Berlin 2008, S.119.)</p> <p>Es ist die Faszination des Forschens, es sind die Strukturen von Berechenbarkeit und m&ouml;glichen Sichtbarmachungen, welche die Arbeiten des Zeichners Philip Loersch ausmachen. In serieller Arbeitsweise pr&auml;sentiert der K&uuml;nstler seine neuesten Werke und er&ouml;ffnet im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen und k&uuml;nstlerischen Schemata einen Zugang zur Wirklichkeit, welcher zwangsl&auml;ufig &uuml;ber die subjektive Wahrnehmung des K&uuml;nstlers verl&auml;uft. Dabei steht im Zentrum der Ausstellung 'Bleistift und Stachelschwein' ein Themenkomplex, dessen Konzeption sich an wissenschaftlichen Vermittlungssystemen orientiert und in welche selbstreflektierend Motive des bildgebenden Mediums der Zeichnung ger&uuml;ckt werden.</p> <p>So r&uuml;ckt unter anderem der Bleistift in den Fokus der Untersuchungen. Eigens f&uuml;r das Arrangement der Motive entwirft Loersch ausgehend von der Bedingtheit des Materials strenge Ordnungskriterien, welche es ihm erlauben, sein k&uuml;nstlerisches Werkzeug motivisch durch zu exerzieren. In einer 16-teiligen Serie verarbeitet der K&uuml;nstler sukzessive und pedantisch detailliert 16 unterschiedliche H&auml;rtegrade seiner Faber-Castell Stifte; umgesetzt in den jeweiligen St&auml;rken der Graphitminen &uuml;bersetzt er die strukturell in H&auml;ufungen arrangierten Stifte ins Bildfeld. Das ausf&uuml;hrende Werkzeug wird nicht nur zum eigentlichen Bildmotiv, sondern bestimmt zudem ma&szlig;geblich &uuml;ber die &auml;sthetische Ausformung.</p> <p>Dabei gleicht das Repetitive der eine gesamte Wand des Ausstellungsraums ausf&uuml;llenden Serie beinahe einem b&uuml;rokratischen Akt, motiviert von einer wissenschaftlichen Erweckung, deren Erkenntnis die Pflicht zur Selbstverwaltung ist. Mit den Figuren aus David Forster Wallace' Fragment gebliebenen Roman "Der bleiche K&ouml;nig" findet sich ein vergleichbares Motiv in der Literatur: Rekrutierend auf den b&uuml;rokratischen Akt des Repetierens widmen sich hierbei die Buchhalter der R&uuml;ck&uuml;bersetzung entfremdeter Arbeitsverh&auml;ltnisse in eine literarische Form, ausgehend von der Pr&auml;misse, dass "(...) die B&uuml;rokratie kein geschlossenes System (ist); und das macht sie zu einer Welt und nicht zu einer Sache." (David Foster Wallace: Der Bleiche K&ouml;nig, K&ouml;ln 2013) Eine Welt, welche mitrei&szlig;t und miteinbezieht. Insbesondere angesichts der Feinheiten der bildnerischen Details und Parallelsetzung hellgrauer zu lichtgrauen Schattierungen im Bild st&ouml;&szlig;t der Betrachter an die Grenzen des Wahrnehmbaren und empfindet partiell das Sehen als k&ouml;rperlichen, schmerzhaften Prozess. Er erlebt nach, wie der K&uuml;nstler das mimetische Handeln des Zeichnens performativ im Bild zur Auff&uuml;hrung bringt: vom k&ouml;rperlich-sprachlich agierenden Zeichner aber zugleich darstellend wie zeigend ausgerichtet auf seinen Betrachter, der zuletzt angesichts der installativen Breite des Experiments an diesem bildhaften Ereignis auch raumzeitlich beteiligt wird.</p> <p>Auf die Strukturen der Wissensspeicherung bezieht sich Loersch ganz bewusst mit einer weiteren neuen Werkgruppe, deren Vorlage Detailansichten lexikalischer Artikel liefern und welche inhaltlich den etymologischen Bezug zum Graphischen von vorne herein mit sich bringen. Diese Sichtbarmachung von enzyklop&auml;dischen Kategorisierungsformen meint jedoch keine blo&szlig;e mimetische Dopplung, sondern die illusionistische &Uuml;bersetzung ins Zeichnerische mit bewusst eingesetzten Irritationen, Verzerrungen und Verfremdungen. In diesem selektiven, subjektiven System klingt stetig das Platon'sche Mistrauen gegen&uuml;ber der Wirklichkeit durch, in welcher der sichtbaren Welt nicht zu trauen ist und jedem Versuch, ein universell g&uuml;ltiges Abbild der Welt zu erschaffen, das Moment des Scheiterns inh&auml;rent ist. "W&auml;hrend Wissenschaft und Technik nach wie vor von der Annahme ausgehen, dass es eine Realit&auml;t gibt, die unabh&auml;ngig von menschlicher Subjektivit&auml;t besteht, bestreitet die Kunst diese Vorstellung mehr und mehr." (Vgl. Eleanor Heartney: Kunst und Gegenwart, Berlin 2008, S.119.) Wie merkw&uuml;rdig unzug&auml;ngliche Folien legen sich die technisch pr&auml;zisen, mimetischen Arbeiten Philip Loerschs vor die realen Dinge und enth&uuml;llen diese als konditioniert und konstruiert. Die Aussage des Kunstwerkes erscheint demnach zwangsl&auml;ufig in Abh&auml;ngigkeit zum Rezipienten, welcher es entweder in medias res betrachtet oder es mit vorgefassen Ideen belegt. "Das eine, stets gem&auml;&szlig; demselben Seiende ist durch Vernunft mit Denken zu erfassen, das andere dagegen durch Vorstellung vermittels vernunftloser Sinneswahrnehmung als entstehend und vergehend, nie aber wirklich seiend (ont&oacute;s de oudepote on)." (Platon, Timaios 27d - 28a) Denn die Sinne k&ouml;nnen t&auml;uschen (Vgl. Platon, Politeia 602c-603a), und die sinnliche Wahrnehmung konkreter Gegenst&auml;nde ver&auml;ndert sich stetig.</p> <p>Im vordergr&uuml;ndigen Verzicht auf eine Differenzierung zwischen Motiv und Medium zwingt Loersch den Betrachter zu einem tautologischen Sehen, bestrebt dessen Blick eine unangreifbare, scheinbare bruchlose und fast schon zynische Gewissheit zu geben. Gem&auml;&szlig; Frank Stellas &Auml;u&szlig;erung aus den 1960er Jahren - "Man sieht, was man sieht." - scheint Loerschs k&uuml;nstlerische Strategie eine minimalistische zu sein. Nichtsdestotrotz f&uuml;hrt er den Betrachter auf vielz&auml;hligen Wegen immer wieder auf die Rahmenbedingungen des Bildes respektive dessen mediale Verortung zur&uuml;ck: vermittels der dem Medium der Zeichnung zuzuordnenden Motive wie Buchseiten mit den darauf lesbaren lexikalischen Begriffen zur "Zeichnung" und "Bleistift", durch die Fokussierung des Blicks auf das exemplarische Instrument der Zeichnung: den Bleistift, oder mittels der Hinterlegung des Motivs mit Randverweisen auf die Auschnitthaftigkeit des Bildes.</p> <p>Indem Loersch dem Betrachter optionale Fenster er&ouml;ffnet, um sich des doppelten Bodens der Mediatisierung in seinen Zeichnungen gewahr zu werden, l&auml;sst er den Rezipienten sehen, ohne das Sichtbare tautologisch auf sich selbst zu reduzieren. "(...) Sehen hei&szlig;t", mit Georges Didi-Huberman gesprochen, "zur Kenntnis nehmen, dass das Bild die Struktur eines 'davor-darin' besitzt: (...) denn es ist die Distanz eines unterbrochenen Kontakts, einer unm&ouml;glichen Beziehung von K&ouml;rper zu K&ouml;rper. Das aber hei&szlig;t genau (...), dass 'das Bild die Struktur einer Schwelle besitzt'."</p> <hr /> <p><em>"Ultimately, even the most carefully constructed representation system is still a construction, which inevitably includes as much as it excludes." Eleanor Heartney: Art &amp; Today </em></p> <p><em>The works of draftsman Philip Loersch are characterized by his fascination with research, with the structures of predictability and their potential for visualization. The artist presents his latest works in series format, and it is in the interplay between scientific and artistic patterns, that Loersch opens up a window to a reality that could only be the product of the artist's subjective perception. The exhibition 'Pencil and Porcupine' focuses on a number of related themes that are conceptually tied to the mediating systems of science. It is into these systems that the artist has inserted, self-reflectively, motifs taken from the imaging medium of drawing. </em></p> <p><em>As such, items like the pencil, conceived as an imaging instrument, become the focus of his investigations. Taking the actual condition of the material as his starting point, Loersch devises, specifically for the arrangement of these motifs, a set of strict ordering criteria that allow him to thoroughly exercise his artistic instrument with respect to these motifs. In a 16- part series, the artist, in pedantic detail, successively works his way through all 16 hardness grades of his Faber-Castell pens. Transmuted into the respective grades of their graphite cores, these pencils, structurally arranged as agglomerations, are thereby transferred into the visual field. The artist's instrument thus not only becomes the actual motif of the picture; it also exerts a major influence on its aesthetic formation. </em></p> <p><em>As such, the repetitive nature of the series that covers one entire wall of the exhibition space almost resembles a bureaucratic act &ndash; an act inspired by a scientific awakening which realizes that its duty is to engage in self-administration. A similar motif can be found in literature &ndash; in the figures in David Foster Wallace's fragmentary novel, The Pale King: Drawing on the bureaucratic act of repetition, the bookkeepers are dedicated to a back- translation project, i.e., to rendering their alienating work conditions in literary form, all based on the premise that: "The bureaucracy is not a closed system; it is this that makes it a world instead of a thing" (David Foster Wallace: The Pale King). It is a world that carries you along with it and includes you. It is, in particular, with respect to the subtleties of the pictorial details and the parallel placement of the bright gray and light gray shading, that viewers are pushed to the limits of perception and that they experience parts of the act of seeing as a physical and painful process. The viewer re-experiences the way in which the artist performatively stages the mimetic act of drawing within the confines of the picture: beginning with the draftsman who operates physically and linguistically, but who also simultaneously addresses his work &ndash; as both representation and index &ndash; to the viewer, a viewer who, ultimately, in view of the installational scope of the experiment, is also spatiotemporally drawn into the pictorial event as a participant. </em></p> <p><em>In another new work group, Loersch very intentionally makes reference to the structures used to store knowledge. The models for this group are detailed views of lexical entries whose content incorporates etymological references to the graphic form right from the start. However, the visualized form of these encyclopedia categories does not imply that a simple mimetic doubling has taken place. Instead, what we see is an illusionary transposition into the medium of drawing &ndash; a translation containing elements that have been deliberately inserted to cause irritation, distortion and alienation. </em></p> <p><em>In this selective, subjective system, Plato's distrust of reality constantly echoes through &ndash; the notion that the visible world cannot be trusted and that the moment of failure is inherent in every attempt made to create a universally valid image of the world. "While science and technology continue to operate on the assumption that there is a reality out there that exists independently of human subjectivity, art increasingly takes issue with this idea" (see Eleanor Heartney, Art &amp; Today). Like strange, inaccessible transparencies, the technically precise, mimetic works of Philip Loersch are placed in front of real things and expose them as conditioned and constructed. Therefore, the artwork's message necessarily emerges in a way that is dependent on the recipient, who either views it in medias res or imposes preconceived ideas. "That which is apprehended by intelligence and reason is always in the same state; but that which is conceived by opinion with the help of sensation and without reason, is always in a process of becoming and perishing and never really is (ont&oacute;s de oudepote on)" (Plato: Timaeus 27d &ndash; 28a). This is because the senses can deceive (see Plato: The Republic, 602c-603a), and one's sensory perception of concrete objects constantly changes. </em></p> <p><em>By seemingly refusing to differentiate between motif and medium, Loersch compels the viewer to see things tautologically, aiming to present to the viewer's gaze an incontestable, apparently seamless certainty that is almost already cynical. In accordance with Frank Stella's remark in the 1960s, "What you see is what you see," Loersch's artistic strategy appears to be a minimalistic one. Nonetheless, through numerous paths, he always takes the viewer back to the picture's basic conditions, or rather, to its medial positioning: by means of motifs tied to the medium of drawing, such as book pages that contain legible, lexical terms like "drawing" and "pencil"; by focusing the viewer's gaze on the exemplary drawing instrument itself: the pencil; or by furnishing the motif with marginal comments that make reference to the excerpt-like quality of the image. </em></p> <p><em>By opening optional windows to his viewers, so that they may become aware of the way in which his drawings are rooted in a double mediation, Loersch allows his recipients to see without having them reduce the visible, and thereby have it refer, tautologically, to itself. "Seeing," as Georges Didi-Huberman once said, "means recognizing that the image has the structure of an 'in front of &ndash; therein': &hellip; since it is the distance of an interrupted contact, an impossible relationship from body to body. To put it exactly, that means &hellip; that 'the image has the structure of a threshold.'"</em></p> <p class="schwarzklein">&nbsp;</p> <p class="schwarzklein">&nbsp;</p> <p align="left">&nbsp;</p> Sat, 19 Apr 2014 22:12:27 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list XOOOOX - Circle Culture Gallery / Berlin Tiergarten - May 2nd - May 24th <div class="newsTeaserDetail">The struggle for and against solid outlines has always been a central point in XOOOOX&rsquo;s work. In his new paintings, which will be on display on behalf of the solo exhibition &ldquo;abstract paintings &ndash; on off on on&ldquo; at Circle Culture during Gallery Weekend 2014, this restless interplay has found a clear winner: the abstraction on canvas.</div> <p>The exhibition focuses on a technique that was always present in the artist&rsquo;s work but albeit less known than his stencil pieces. Similar to an exterior wall, he builds layer upon layer, material upon material on the substrate to make reference to his street art origins. In his role as an abstract painter rather than a graffiti- and street artist, XOOOOX presents a highly individual and new expressive style.<br /><br />After the solo exhibitions &bdquo;Pilgrim, Baby!&ldquo; (2011) and &bdquo;Vanish&ldquo; (2013) have paved the way for XOOOOX&rsquo;s artistic diversity &ndash; offwards the inevitable nexus between his pseudonym and the famous fashion designs &ndash;&nbsp; &ldquo;on off on on&ldquo; merely focuses on his abstract paintings. Although dwarfed by his unique stencils for a long time, XOOOOX&rsquo;s paintings have throughout been loyal companions on his diverse way of artistic development.<br /><br />Just an illustrated book about Picasso was the initiator to start experimenting with abstract painting and later showed him the connection between the two different art forms graffiti and abstractionism. Initially determined by a timid adherence to the human outline and inspired by the Cubists, XOOOOX more and more abandoned the hard lines to explore a new mode of expression in the abstract shapes and surfaces on canvas. As once Basquiat, XOOOOX&rsquo;s paintings also tell the story of the artist&rsquo;s engagement with dynamic and urban art in order to convert their influences into another media.<br /><br />As a synthesis of art traditions and contemporary individual influences rather than a concept contrary to his urban origins, XOOOOX maintains the special character of his tags and stencils and transfers them on canvas. The use of Objets Trouv&eacute;s that he collects in the streets, allows him to draw on a wide spectrum of techniques and inspirations. In his current paintings, XOOOOX combines classical substances like acrylic with the typical graffiti material spray paint. Thereby, he applies various transparent and soft covering layers of paint on the substrate that was grounded with different materials such as black tea beforehand. As a gentle, diverse surface, it offers the beholder a special form of narration, in which the layers reveal their own genesis. Like an archaeology of the ephemeral, it will age and alter but at the same time be eternalized on the canvas.<br /><br />Has the illegality of graffiti once demanded the artist&rsquo;s anonymity, its preservation as an abstract painter has now developed a completely new embodiment. No more of a compulsion XOOOOX hides behind his six letters that always functioned as creative means in his compositions. Instead, they now represent an art statement that clearly distinguishes itself from the phenomenon of the personality cult that is prevalent in the art scene, so that his art becomes the starting- and endpoint of all consideration.</p> Sat, 19 Apr 2014 22:02:13 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Christoph Girardet, Matthias Müller - Campagne Première Berlin - May 2nd - June 14th <div style="text-align: justify;">Please scroll down for the English version.&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">Christoph Girardet (geb. 1966) und Matthias M&uuml;ller (geb. 1961) arbeiten k&uuml;nstlerisch eigenst&auml;ndig in den Bereichen Film, Video und Fotografie. W&auml;hrend Christoph Girardet vorwiegend reduziertes visuelles&nbsp; Ausgangsmaterial verwendet, das durch seine intensive Bearbeitung neue Bedeutungsebenen entfaltet, verfolgt Matthias M&uuml;ller mit eigenem und fremdem Material oft neue narrative und autobiographische Ans&auml;tze. Seit 1999 entwickeln die beiden K&uuml;nstler ein Gemeinschaftswerk, dessen Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit Found Footage liegt, und das in dieser ersten gemeinsamen Ausstellung bei Campagne Premi&egrave;re mit aktuellen filmischen und fotografischen Produktionen vorgestellt wird.</div> <div style="text-align: justify;">&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">In ihrem Video-Loop &bdquo;Cut&ldquo; (2013) verschr&auml;nkt sich das Phantasma der durchleuchteten, beherrschbaren und grenzenlos formbaren Physis mit der Vorstellung vom K&ouml;rper als einer Wunde, die nicht heilt. Der Film entnimmt seine Bilder Spielfilmen, die den menschlichen K&ouml;rper &uuml;berh&ouml;hen, ihn als quasi unverwundbar und multipel wandelbar zeigen, aber auch solchen, in denen er die Quelle von Schmerz, Angst, Hysterie und Wahn ist.&nbsp;Der Vorstellung des disziplinierbaren K&ouml;rpers steht ein fragiler und gef&auml;hrdeter gegen&uuml;ber, der Angst macht, altert, stirbt. &bdquo;Die am Schneidetisch von Girardet und M&uuml;ller entstehenden K&ouml;rper haben ihre scharfen Konturen verloren und werden stattdessen zu dem, was Deleuze &sbquo;organlose K&ouml;rper' nennt &ndash; dezentrierte Leiber, die ihre Organisation abgestreift haben und stattdessen zu &sbquo;Zonen der Ununterscheidbarkeit' werden, wo sich verschiedene Personen vermischen und wo technische Ger&auml;tschaft in K&ouml;rperglieder &uuml;bergeht und umgekehrt. (...) Ein g&auml;nzlich neues K&ouml;rpergef&uuml;hl ereignet sich in Bildern und &uuml;bertr&auml;gt sich auf den sprachlosen Zuschauer, dem nichts &uuml;brig bleibt, als sich &uuml;berw&auml;ltigen zu lassen von Affekten, die er nicht kennt.&ldquo; (Johannes Binotto)&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">Auch die Dia-Doppelprojektion &bdquo;Everything Not Said&ldquo; (2014) bewegt sich an den Schnittstellen zwischen K&ouml;rperinnerem und -&auml;u&szlig;erem. Ein gro&szlig;es Ensemble einzelner Frames von mit&nbsp;Bandagen verh&uuml;llten K&ouml;pfen wurde Spielfilmen entnommen und &ndash; mit Texten aus Anamnese-Frageb&ouml;gen verwoben &ndash; neu arrangiert. Im Spannungsfeld zwischen Transparenz und Opazit&auml;t, Verletzlichkeit und Schutz vor ihr, Individualit&auml;t und Anonymit&auml;t verdichten sich die Gesichter zu einem Panoptikum erblickter Voyeure.&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">Im zweiteiligen Leuchtkasten &bdquo;Crime Scene&ldquo; (2013) bringen die K&uuml;nstler vier Momente einer Filmhandlung in eine neue Abfolge und unterlaufen durch diesen Eingriff das, was die im beliehenen Spielfilm inszenierte forensische Spurensicherung zu repr&auml;sentieren versucht: Evidenz und Faktizit&auml;t.&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">Auch bei der Fotoarbeit &bdquo;Eye&ldquo; (2010) wissen wir nicht, ob wir dem Augenschein trauen d&uuml;rfen: Sehen wir Ursache oder Wirkung, f&uuml;nf Phasen eines Scheinwerfers zwischen Auf- und Vergl&uuml;hen &ndash; oder das durch sie ausgel&ouml;ste Zusammenziehen und Sich-&Ouml;ffnen einer Pupille?&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">&bdquo;Man ist sich des Vorgangs unbewusst, w&auml;hrend er sich vollzieht.&ldquo; Diese zehn Worte eines Satzes aus einer Theorie des Spracherwerbs sind im Video-Loop &bdquo;Reflex&ldquo; (2013) den Fingern beider H&auml;nde eines Patienten zugeordnet. In einem medizinischen Reiz-Reaktions-Test tippt ein Arzt die Fingerkuppen in verschiedenen Abfolgen an und ruft so die Worte ab. W&auml;hrend sie korrekt in die Bilder inseriert sind, formuliert der Untersuchte das genaue Gegenteil.&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">Die Arbeiten von Christoph Girardet und Matthias M&uuml;ller werden sowohl auf Filmfestivals wie Cannes, Venedig, Berlin, Rotterdam, New York und Oberhausen gezeigt wie auch in gro&szlig;en Museen und Ausstellungsh&auml;usern wie dem Walker Art Center, Minneapolis, dem Bozar &ndash; Palais des Beaux-Arts, Br&uuml;ssel, der Tate Modern, London, oder dem Palais de Tokyo, Paris. Girardet und M&uuml;ller wurden bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1999 mit dem Preis der deutschen Filmkritik, 2004 dem Marler Videokunst-Preis, 2006 dem Prix Canal+ du Meilleur court m&eacute;trage auf dem Filmfestival von Cannes und dem Deutschen Kurzfilmpreis sowie 2012 dem Arte Kurzfilmpreis. Die zentrale Arbeit ihrer Ausstellung bei Campagne Premi&egrave;re, &bdquo;Cut&ldquo;, war f&uuml;r den Europ&auml;ischen Filmpreis 2013 nominiert. Nach ihrer gro&szlig;en Einzelausstellung &bdquo;Tell Me What You See&ldquo; im Kunstverein Hannover (2014) sind die K&uuml;nstler aktuell mit Arbeiten im National Centre for Contemporary Arts, Moskau, und im Videokunstzentrum Nordstern, Gelsenkirchen, vertreten. Eine umfangreiche Publikation zum Werk von Christoph Girardet und Matthias M&uuml;ller ist soeben im Verlag f&uuml;r moderne Kunst, N&uuml;rnberg, erschienen.&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;">&nbsp;</div> <div style="text-align: justify;"><hr /></div> <p><br /> Christoph Girardet (1966) and Matthias M&uuml;ller (1961) both work autonomously across film, video art and photography. Whereas Christoph Girardet mostly uses visually reduced materials in his work, which acquire new levels of meaning through intensive processing, Matthias M&uuml;ller frequently traces new and autobiographical themes, using both his own and foreign materials. Since 1999, the two artists have been building up a joint body of work, whose focus revolves around Found Footage. For the first time at Campagne Premi&egrave;re, their recent cinematographic and photographic work will be presented in a joint exhibition. <br /><br /> Their video loop &ldquo;Cut&rdquo; (2013) ties the phantasmagorical idea of the fully transparent, controllable and infinitely malleable body to the notion of corporeality as a wound that can never heal. The work uses images from movies that idealise the human body as practically indestructible and highly mutable as well as being the cause of pain, anxiety, hysteria and delusion.<br /> The concept of the body that can be formed and disciplined is juxtaposed with a physique that is fragile and vulnerable to danger, one that terrifies, ages and dies. &ldquo;The bodies that spring from Girardet and M&uuml;ller&rsquo;s cutting board have lost their sharp outlines, instead becoming what Deleuze calles &ldquo;anorganic bodies&rdquo; &ndash; decentralised bodies that have been stripped from their organisation and have turned into &ldquo;zones of indiscernibility&rdquo; in which various persons blend into one another, and where technology seamlessly merges into body parts and vice-versa &hellip; a wholly new corporeal sense arises from the images and transfers itself onto the stunned viewer, who has no choice but to be overwhelmed by these unfamiliar sensations.&rdquo; (Johannes Binotto)<br /><br /> The dual slide-projection &ldquo;Everything Not Said&rdquo; (2014) also traces the boundaries between the body&rsquo;s interior and exterior. A large collection of single frames showing bandaged heads was compiled from movies, newly arranged and paired with extracts from psychiatric health questionnaires. Caught between transparency and opacity; vulnerability and one&rsquo;s armour against it; individuality and anonymity, the faces condense into a panopticon of voyeurs under observation. <br /><br /> In the dual light box &ldquo;Crime Scene&rdquo; (2013), the artists change the sequence in four events of cinematic action. With their intervention, the artists obstruct what the movie seeks to represent through its re-enactment of forensic investigation, namely: evidence and factuality.<br /> Similarly, looking at the photographic work &ldquo;Eye&rdquo; (2010), it is unclear whether we can trust our own eyes: do we see cause or effect; a spotlight&rsquo;s five stages between being illuminated and extinguished or do we see a pupil opening and contracting? <br />&bdquo;One is unaware of the process as it is happening,&rdquo; these ten words &ndash; derived from a sentence on a theory of language acquisition &ndash; have been assigned to the fingers belonging to a patient&rsquo;s both hands, in the video-loop Reflex (2013). Through a clinical trigger-response-test, a doctor presses onto the fingertips in various sequences, thus evoking the words. Whereas these words then appear correctly in the images, the person under examination speaks the binary opposite of the word they are typing out loud. <br /><br /> Christoph Girardet and Matthias M&uuml;ller&rsquo;s work has been widely exhibited at international film festivals, including Cannes, Venice, Berlin, Rotterdam, New York and Oberhausen and at major institutions such as, the Walker Art Center, Minneapolis, Bozar &ndash; Palais des Beaux-Arts, Brussels, Tate Modern, London, and the Palais de Tokyo, Paris. Girardet and M&uuml;ller have been honoured with major awards, amongst which are the German Film Critics Association&rsquo;s Prize (1999), the Marler Video Art Award (2004), the Prix Canal+ du Meilleur court m&eacute;trage at the Cannes Film Festival as well as the Deutscher Kurzfilmpreis (2006), and the Arte Short Film Prize (2012). The central piece of the artists&rsquo; exhibition at Campagne Premi&egrave;re, &ldquo;Cut&rdquo;, was nominated for the European Film Award 2013. After their retrospective solo show &ldquo;Tell Me What You See&rdquo; at Kunstverein Hannover (2014), the artists&rsquo; work is currently on exhibition at the National Centre for Contemporary Arts, Moscow and at the Videokunstzentrum Nordstern, Gelsenkirchen. A comprehensive publication on Christoph Girardet and Matthias M&uuml;ller&rsquo;s work has recently been published by the Verlag f&uuml;r moderne Kunst, Nuremberg.</p> Thu, 17 Apr 2014 23:09:40 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Lili Dujourie - Galerie Michael Janssen - May 3rd - June 21st Thu, 17 Apr 2014 23:01:47 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Geta Bratescu - Galerie Barbara Weiss - May 3rd - July 26th <p>English follows</p> <p>Geta Brătescu (*1926 in Bukarest), deren k&uuml;nstlerisches Werk sich &uuml;ber mehr als sechs Jahrzehnte erstreckt, ist eine der herausragen-den Figuren der osteurop&auml;ischen Kunst. Virtuos setzt sie sich in ihren Performances, Filmen, Skulpturen und Collagen mit Fragen der Identit&auml;t, Geschichte und dem Erbe der Moderne auseinander. Dabei verbindet Brătescu auf sehr pers&ouml;nliche Weise mythologische und literarische Bez&uuml;ge und erzeugt phantasievolle Parallelwelten.</p> <p><span style="font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;">In ihrer anstehenden Ausstellung Atelier Continuu, die zum Gallery Weekend in der Galerie Barbara Weiss er&ouml;ffnet, wird Geta Brătescu Skulpturen, Fotografien, Collagen und Zeichnungen aus den 70er Jahren bis heute zeigen. Die Auswahl erlaubt einen Einblick in den k&uuml;nstlerischen Kosmos Brătescus und l&auml;sst dabei die Kontinuit&auml;t, die ihrem Werk innewohnt, erfahrbar werden.</span></p> <p><span style="font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;">Seit ihrer Ausstellung im Taxispalais, Innsbruck (2008, solo), hat Brătescus Werk zunehmende internationale Aufmerksamkeit erfahren. Es folgten Ausstellungen u. a. im MUMOK, Wien (2011); New Museum, New York (2011); MACBA, Barcelona (2011); Istanbul Biennial, Istanbul (2011); Tate Modern, London (2012); Salonul de Proiecte, Bukarest (2012, solo); La Triennale, Paris (2012); 5th Moscow Biennale of Contemporary Art, Moskau (2013); La Biennale di Venezia, Venedig (2013); Mus&eacute;e d&acute;Art Moderne de la Ville de Paris, Paris (2013); MUSAC, Le&oacute;n (2013, solo); MoMA, New York (2014).</span></p> <p><span style="font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;">Geta Brătescus Werk ist in den Sammlungen bedeutender Museen vertreten, darunter MoMA, New York; Centre Georges Pompidou, Paris; Tate Modern, London; Hammer Museum, Los Angeles; San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco; Museum of Contemporary Art, Bukarest;&nbsp; Museum of Modern Art, Warschau.</span></p> <div> <div><hr /></div> </div> <p>Geta Brătescu, born in Bucharest in 1926, is one of the most prominent Eastern european artists working today. Addressing questions of identity, history and modernity, her work entails sculpture, performance and film as well as drawing and collage. In a highly personal approach towards literature and mythology, Brătescu has produced compelling and playful work for the past six decades.</p> <p><span style="font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;">In her upcoming exhibition Atelier Continuu, opening at Gallery Weekend at Galerie Barbara Weiss, Geta Brătescu presents sculptures, photographs, collages and drawings dating from 1970s onwards. The selection offers insight into Brătescu&acute;s artistic ouvr&eacute;e and renders the continuity inhabiting her work apparent.</span></p> <p><span style="font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;">Since her exhibition at the Taxispalais, Innsbruck (2008, solo), Brătescu&acute;s work gained increasing international attention, with shows at MUMOK, Wien (2011); New Museum, New York (2011); MACBA, Barcelona (2011); Istanbul Biennial, Istanbul (2011); Tate Modern, London (2012); Salonul de Proiecte, Bucharest (2012, solo); La Triennale, Paris (2012); 5th Moscow Biennale of Contemporary Art, Moscow (2013); La Biennale di Venezia, Venice (2013); Mus&eacute;e d&acute;Art Moderne de la Ville de Paris, Paris (2013); MUSAC, Le&oacute;n (2013, solo); MoMA, New York (2014).</span>&nbsp;</p> <p><span style="font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;">Geta Brătescu is represented in numerous renowned public collections, such as MoMA, New York; Centre Georges Pompidou, Paris; Tate Modern, London; Hammer Museum, Los Angeles; San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco; Museum of Contemporary Art, Bucharest; Museum of Modern Art, Warsaw.</span></p> Thu, 17 Apr 2014 22:56:42 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list - bauchhund salonlabor - April 27th - May 24th <p class="western">&bdquo;Nur ein totes Experiment ist ein gutes Experiment.&ldquo;&nbsp; (Tzu-Sa-Gen)</p> <p class="western">Getreu diesem Motto begibt sich Zettelmann seit Jahren auf die Suche nach dem Stein Der Idioten und</p> <p class="western">anderen Manifestationen der Katachymie und Pataphysik. Unter konsequentem Miszbrauch</p> <p class="western">von Alltagsgegenst&auml;nden und K&uuml;chenchemie entsteht ein wahnwitziges Labor zwischen Pyromantik,</p> <p class="western">Metamaterialismus und Eklektizismus der Reinen Form bis selbst die Wahrheit dran glauben muss.<br /> <br /> <strong><span style="text-decoration: underline;">Zur Ausstellung dieses scheinbar aufgegebenen Labors in der Galerie bauchhund </span></strong></p> <p class="western"><strong><span style="text-decoration: underline;">erscheint ein Rezeptheft.</span></strong></p> Thu, 17 Apr 2014 22:41:10 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Ulrich Riedel, Lukas Hoffmann, Claudia Vitari - BERLINARTPROJECTS - May 2nd - May 25th <p style="text-align: left;" align="right"><em>please scroll down for the English version</em></p> <p>&nbsp;</p> <p><strong>Berlin, 17.04.2014:</strong> &nbsp;Anl&auml;sslich des Gallery Weekend in Berlin freut sich BERLINARTPROJECTS, die <strong><em>Three-Act</em> (Dreiakter)</strong> Ausstellung mit den K&uuml;nstlern <strong>Ulrich Riedel</strong>, <strong>Lukas Hoffmann</strong> und <strong>Claudia Vitari</strong> pr&auml;sentieren zu d&uuml;rfen. Inspiriert durch die Dreiaktstruktur aus der Literatur nimmt der Titel Bezug auf unterschiedliche Stadien des k&uuml;nstlerischen Prozesses und betont dabei den Aspekt des Geschichtenerz&auml;hlens, zu der jedes Werk seine eigene Erz&auml;hlung beitr&auml;gt. Im Kontrast zum traditionellen Galerieraum, wo lediglich die vollendeten Werke ausgestellt sind, gew&auml;hrt die <strong><em>Three-Act</em></strong> Ausstellung Einblicke in den k&uuml;nstlerischen Prozess und zeigt Materialien, die seine unterschiedlichen Stufen spiegeln. Neben Fotografien, Installationen und Skulpturen enth&auml;lt die Ausstellung Skizzen sowie eine kleine Bibliothek mit von den K&uuml;nstlern ausgew&auml;hlter Literatur, Kunstb&uuml;chern und Publikationen &uuml;ber ihre Arbeit. Als Teil der Ausstellung bietet die Leseecke nicht nur Informationen &uuml;ber die K&uuml;nstler, sondern zeigt auch Quellen ihrer k&uuml;nstlerischen Inspiration auf. Gallery Weekend Besucher sind hier eingeladen, sich entspannt zur&uuml;ckzulehnen, in die Literatur zu vertiefen sowie das Gesehene zu reflektieren.</p> <p>Ulrich Riedel verwandelt literarische Elemente in Skulpturen und arbeitet dabei mit Raum und Text und spielt mit Buchstaben und W&ouml;rtern. Riedel tr&auml;gt mit drei unterschiedlichen Arbeiten zu der Ausstellung bei, welche jeweils typische Charakteristiken seiner Arbeit repr&auml;sentieren. Zentrales Werk ist dabei die ebenerdige Installation &bdquo;geneigter Raum / Berlin&ldquo; (2014), welche ihren eigenen Raum erzeugt und die Galerie somit transformiert.</p> <p>Die Fotoserie &ldquo;Radicchio Rosso I- IX&rdquo; (2013) von Lukas Hoffmann wird zum ersten Mal gezeigt. &ldquo;F&uuml;r den Fotografen gilt es, die Welt in ihrer bildhaften Gestalt zu erkennen. In einem Gespr&auml;ch &uuml;ber seine Arbeit erkl&auml;rt Lukas Hoffmann, es ginge ihm um eine Aufmerksamkeit auf die Formen und das Licht, nicht um das Wissen dessen, was er fotografiere. Es geht dem K&uuml;nstler nicht zuerst um den abgebildeten Gegenstand &ndash; einen Baum oder ein Haus &ndash; vielmehr um eine sich im Bild strukturierende Ordnung in der Landschaft&ldquo; (Johanna Schiffler, Alpenblick II &ndash; Das Sehen im Bild, in: Lukas Hoffmann, Vingt-six photographies, Beaux-Arts de Paris, les Editions 2010).</p> <p>Gepr&auml;gt durch ihre Arbeit in der Psychiatrie, Gef&auml;ngnissen und anderen Grenzsituationen basiert Claudia Vitaris sozial engagierte Arbeit auf Langzeitstudien und Erz&auml;hlungen. Mit ihren Darstellungen von Menschen versucht sie, deren Geschichte und Pers&ouml;nlichkeit abzubilden und betrachtet den Akt des Portr&auml;tierens als Dialog zwischen sich und ihrem Gegen&uuml;ber. Dies bedeutet f&uuml;r sie, dass ein Portr&auml;t einer anderen Person immer in der eigenen Subjektivit&auml;t verhaftet und somit unvollst&auml;ndig bleiben muss. In ihrem k&uuml;nstlerischen Prozess verarbeitet sie Erfahrungen aus extremen und sozial fernen Situationen und verwandelt schwierige und ernste Themen in filigrane Arbeiten. Im Rahmen der <em>Three-Act</em> Ausstellung wird sie ausgew&auml;hlte Skizzen und Skulpturen zeigen.</p> <p><strong>Lukas Hoffmann</strong>&nbsp; | geb. in Zug (Schweiz), lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Bildende Kunst an der &Eacute;cole Nationale Sup&eacute;rieure des Beaux-Arts in Paris (2003-2007) und verfolgte das Forschungsprogramm La Seine von 2009-2011 (ENSBA Paris). Hoffmann erhielt Atelierstipendien in Antwerpen (2008-2009) und Berlin (2011). Unter seinen letzten Ausstellungen war die Paris Photo Los Angeles (Galerie de Roussan, Paris, 2014) Poppositions im Dexia Art Center (Br&uuml;ssel, 2014), Eine Quersumme bei BERLINARTPROJECTS (Berlin, 2013) This Infinite World im Fotomuseum Winterthur (2013) sowie Polderbos im Kunstmuseum Luzern (2011).</p> <p><strong>Ulrich Riedel</strong>&nbsp; | geb. 1979 in Berlin, wo er lebt und arbeitet. Er hat an der Humboldt-Universit&auml;t zu Berlin Philosophie und Kunstgeschichte studiert (2001-2002) sowie bildende Kunst an der Universit&auml;t der K&uuml;nste (UdK) Berlin (2002-2007), wo er Meistersch&uuml;ler von Tony Cragg und Florian Slotowa war. In 2006 studierte er als Sokrates Stipendiat an der Hochschule f&uuml;r Bildende K&uuml;nste in Sydney (Australien). Riedel erhielt dar&uuml;ber hinaus verschiedene Stipendien und verbrachte mehrere Semester im Ausland. Ausstellungen hatte er unter anderem im Kunstverein Arte Noah (Einzelausstellung), Museum Kulturspeicher W&uuml;rzburg sowie Motorenhalle Dresden.</p> <p><strong>Claudia Vitari</strong> | geb. 1978 in Turin (Italien), lebt in Berlin und arbeitet in Torino, Barcelona und Berlin. Sie hat an der Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle an der Saale studiert, wo sie in 2004 ihren Abschluss machte. Sie stellte 2013 im Mausoleo della Bela Rosin (Einzelausstellung), in Turin, Arts Santa Monica, Barcelona und Raffaella De Chirico Arte Contemporanea aus sowie 2012 im Natural Science Museum von Turin sowie bei BERLINARTPROJECTS. Ihr Projekt&nbsp; &ldquo;The Invisible Cities&rdquo; (2010-2012) wurde in Barcelona in Zusammenarbeit mit &ldquo;Radio Nikosia&rdquo; realisiert, dem ersten spanischen Radio organisiert von Menschen diagnostiziert mit psychischen Erkrankungen. &ldquo;PERCORSOGALERA&rdquo; (2007-2009) wurde umgesetzt in Turins Gef&auml;ngnis. F&uuml;r beide Ausstellungen erhielt die K&uuml;nstlerin Stipendien der &ldquo;Regione Piemonte&rdquo;.</p> <div align="center"><hr align="center" size="2" width="100%" /></div> <p>For the Gallery Weekend Berlin, BERLINARTPROJECTS is pleased to present the <strong><em>Three-Act</em></strong> exhibition with the artists <strong>Ulrich Riedel, Lukas Hoffmann</strong> and <strong>Claudia Vitari</strong>. Inspired by the Three-Act writing structure, the title refers to the different stages of the artistic process and emphasizes the storytelling aspect of an exhibition where each work brings its own narrative. Unlike a traditional gallery space where merely the finished works are being exhibited, <strong><em>Three-Act</em></strong> exhibition reveals insights and materials reflecting on the artistic process. In addition to photographs, installations and sculptures, the exhibition also consists of sketches and a small library of books selected by the artists, art books as well as publications on the artists. As part of the library, the reading corner inside the exhibition space not only provides information on the artists, but also shows up sources of their motivation. The Gallery Weekend visitors are welcome to sit back, read and reflect.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p> <p>Turning the literary elements into sculptural objects, Ulrich Riedel works with space, text, letters and word games. With a room installation, a wall piece and a sculpture, Riedel participates at the exhibition with three different works, all representing typical characteristics of his practice. As a central work among the three, the floor-based installation &ldquo;Tilted Space / Berlin&rdquo; (2014) creates its own room and transforms the gallery space.</p> <p>The photography series &ldquo;Radicchio Rosso I- IX&rdquo; (2013) by Lukas Hoffmann will be exhibited for the first time. &ldquo;The photographer&rsquo;s aim is to reveal the pictorial quality of the world. In discussing his work, Lukas Hoffman claims that he is interested in drawing attention to the forms and the light, rather than conveying knowledge about the subject of his photographs. What is at stake is not so much the object depicted &ndash; be it a tree or a house &ndash; but rather an ordered structure of the landscape that only comes forth in the picture" (Johanna Schiffler, Alpenblick II &ndash; Das Sehen im Bild, in: Lukas Hoffmann, Vingt-six photographies, Beaux-Arts de Paris, les Editions 2010).</p> <p>Working in psychiatric hospitals, prisons and other marginal situations, Claudia Vitari&acute;s socially engaged practice is based on long-term research and narration. She portraits people in the attempt to capture their history and personality, regarding the act itself a dialogue between the other person and herself. Therefore the picture of another person, as she realizes, will always remain unfinished and the point of view of another subject. Through the artistic process, she manages to transform heavy topics into delicate forms. For the <em>Three-Act</em> exhibition at BERLINARTPROJECTS, Vitari is exhibiting a selection of her sketches.</p> <p><strong>Lukas Hoffmann</strong>&nbsp; | b. 1981 in Zug (Switzerland) lives in Berlin. He studied Fine Arts at the &Eacute;cole Nationale Sup&eacute;rieure des Beaux-Arts in Paris (2003-2007) and followed the research program La Seine from 2009-2011 (ENSBA Paris). Hoffmann received studio grants in Antwerp (2008-2009) and Berlin (2011). His recent exhibitions include Paris Photo Los Angeles (Galerie de Roussan, Paris, 2014) Poppositions at Dexia Art Center (Brussels, 2014), Eine Quersumme at BERLINARTPROJECTS (Berlin, 2013) This Infinite World in Fotomuseum Winterthur (2013), Polderbos in Kunstmuseum Luzern (2011).</p> <p><strong>Ulrich Riedel</strong>&nbsp; &nbsp;2012/2011 exhibitions incl. Kunstverein Arte Noah (solo exhibition), Museum Kulturspeicher W&ecirc;| b. 1979 in Berlin (Germany), lives in Berlin. He studied philosophy and art history at Humboldt University in Berlin (2001-2002) and studied Fine Arts at UdK Berlin (2002-2007). In 2006, he was a Socrates Fellow at Sydney College of Fine Arts (Australia) He received a master degree in arts from UdK with professors Tony Cragg and Florian Slotawa. Riedel received various stipends and spent several semesters abroad &uuml;rzburg, Motorenhalle Dresden.</p> <p><strong>Claudia Vitari</strong> | b. 1978 in Turin (Italy), lives in Berlin and works between Torino, Barcelona and Berlin. She studied&nbsp; in Halle an der Salle at Burg Giebichenstein, Hochschule f&uuml;r Kunst und Design (University for Art and Design), where she graduated in 2004. She exhibited in the Mausoleo della Bela Rosin (solo exhibition), in Turin, Arts Santa Monica, Barcelona and Raffaella De Chirico Arte Contemporanea in 2013 and in the Natural Science Museum of Turin and BERLINARTPROJECTS in 2012. Her project &ldquo;The Invisible Cities&rdquo; (2010-2012) was realized in Barcelona with the collaboration of &ldquo;Radio Nikosia&rdquo;, the first Spanish radio organized by people who have been diagnosed with mental diseases and&nbsp; &ldquo;PERCORSOGALERA&rdquo; (2007-2009) was realized inside Turin's penitentiary. For both exhibitions the artist had a grant of &ldquo;Regione Piemonte&rdquo;.</p> Thu, 17 Apr 2014 22:32:13 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Paul Fägerskiöld - Galerie Nordenhake GmbH - Berlin - May 3rd - June 28th <p>Galerie Nordenhake is pleased to present &lsquo;Silent Spring&rsquo;, Paul F&auml;gerski&ouml;ld&rsquo;s first solo exhibition in Germany.</p> <p>F&auml;gerski&ouml;ld&rsquo;s practice finds its roots in the exploration of painting as language. Working in series, he has looked at painting from a semiotic position exploring its potential for creating meaning in relation to symbols and motifs as building blocks for communication. Similarly, he holds an interest in the connotations generated by means of the use and materiality of colour and the construction of meaning occurring in the act of seeing. <br /> The most recent body of work on view at the gallery consists of seemingly monochromatic canvases in a variety of sizes. Made with spraycans using a dripping and spitting technique, they fall between dense polychromatic pointillism and monochrome painting. The depicted colour fields dissolve towards the edges of the canvas, eschewing clearly defined borders and appearing almost weightless in the process. The paintings&rsquo; optical qualities change through the viewer&rsquo;s interaction &ndash; upon closer inspection the images break down and reveal a multitude of layers of densely splattered dots of acrylic paint, a complex myriad of contrasting hues and tonalities floating around ones field of vision. <br /> While acknowledging both some of the principles of Impressionism, Pointillism and colour-field painting of the 50&rsquo;s and 60&rsquo;s, F&auml;gerski&ouml;ld here eschews the heightened representation of Monet, Cezanne and Seurat and the spiritualism of Rothko. Rather, his concerns can be seen as concrete investigations of colour theory, cognition and language.<br /> <br /> Paul F&auml;gerski&ouml;ld was born in 1982 and currently lives and works in New York and Stockholm. In 2013 he was awarded the Fredrik Roos Art Grant and had a solo-exhibition at Moderna Museet, Malm&ouml;. In 2010 he was awarded the Maria Bonnier Dahlin Foundation award, which included an exhibition at Bonniers Konsthall. He was educated at the Royal Institute of Art, Stockholm and at the Academy of Fines Arts in Vienna. In summer 2010 he participated in the project Another Way, a collaboration between the Royal Institute of Art and Wan&aring;s in Sk&aring;ne.</p> Thu, 17 Apr 2014 22:12:09 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list NAMIO HARUKAWA - The Wall at In:Surgo! Berlin - April 19th - May 2nd <div style="text-align: center;">&nbsp;</div> <div style="text-align: center;">&nbsp;</div> <div style="text-align: center;">Namio Harukawa, born in 1947, (in Osaka Prefecture, Japan) is a Japanese artist known for his realistic femdom erotica drawings. Harukawa&rsquo;s drawings feature voluptuous women with large breasts, wide hips, round buttocks and thick legs dominating, overpowering and humiliating smaller men</div> <p>&nbsp;</p> <div style="text-align: center;">Opening Saturday 19th of April from 19:00 until 21:00</div> <div style="text-align: center;">Exhibition 20 April - 1 May</div> Wed, 16 Apr 2014 15:25:59 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Gareth Moore - Lüttgenmeijer - April 26th - June 28th Sun, 20 Apr 2014 19:20:52 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Wu Tsang - Galerie Isabella Bortolozzi - May 2nd - June 30th Wed, 16 Apr 2014 03:45:04 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Petrit Halilaj - Chert - April 26th - June 14th Sun, 20 Apr 2014 19:28:08 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Zofia Kulik - ŻAK | BRANICKA - May 2nd - June 21st <p><strong>For this year&rsquo;s Gallery Weekend Berlin ŻAK | BRANICKA is delighted to present an exhibition by Zofia Kulik, entitled Instead of Sculpture &ndash; Sequences 1968-71. </strong><br /><br />This exhibition is a double "return" for the artist: a return to her solo work after several years spent working on the archive and publishing a monumental monograph dedicated to the artistic duo KwieKulik , and also a return to her earliest artistic explorations; to her graduation work created in 1970/71 at the Sculpture Department of the Academy of Fine Arts in Warsaw. This project has not seen the light of day for over four and a half decades, and was never finally edited. Selected fragments from this work will be presented for the first time as a photo sequences at ŻAK | BRANICKA.</p> Wed, 16 Apr 2014 03:27:05 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list NAMIO HARUKAWA - The Wall at In:Surgo! Berlin - April 20th - May 1st <p>Namio Harukawa, born in 1947, (in Osaka Prefecture, Japan) is a Japanese artist known for his realistic femdom erotica drawings. Harukawa&rsquo;s drawings feature voluptuous women with large breasts, wide hips, round buttocks and thick legs dominating, overpowering and humiliating smaller men</p> Wed, 16 Apr 2014 03:22:24 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Iza Tarasewicz - Künstlerhaus Bethanien - April 18th - May 18th <p>With her works&nbsp;Iza Tarasewicz&nbsp;creates conduits for a temporary meeting of different substances, locations, temporalities and concepts &ndash; for the artist mere events in a continuous series of material and symbolic interactions. Tarasewicz&rsquo;s researching and transforming are complex exercises of interpreting that manifest themselves in objects, spaces, diagrams and sketches, sounds, videos or performances. In Berlin Tarasewicz focuses on reflecting the city&rsquo;s open character in her current work and therefore she realized her recently shown project in the Polnishes Institut Berlin in collaboration with the in Prague living Australian poet and critic Louis Armand. Amand&rsquo;s metaphysical poetry inspired Tarasewicz to her exhibition &ldquo;The Strange Attractors&rdquo; which now continues in the K&uuml;nstlerhaus Bethanien in the shape of a fascinating arrangement of objects and sculptures of linen, metal, hemp fibre, rubber and tar changing according to the observer&rsquo;s perspective.<br /> Taraswecz is receiving a fellowship of the&nbsp;Foundation for Polish-German Cooperation&nbsp;in the context of the K&uuml;nstlerhaus Bethanien&rsquo;s international studio program.</p> Mon, 21 Apr 2014 02:29:40 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list Adam Saks, Fabrizia Vanetta - Künstlerhaus Bethanien - April 18th - May 18th <div class="c2"> <p>In the images of&nbsp;<strong>Adam Saks</strong>&nbsp;the echo of the world that is marked with encodings and cultural tints meets a landscape that could not only change the color or its impact but also its message. That is the advantage of painting. Saks lets his subjects glisten like an opaque reflection on lacquer, his colors hint to graphics. They evoke a monochrome shadow of a printing foil or blood that runs out of an inkbottle. (Roberto Ohrt, Stormy Weather, Canvas and Gasoline).</p> <p><strong>Fabrizia Vanetta</strong>&nbsp;shows works of her current series in which she draws on around hundred year old music sheets with pencil, colored wax pastels and oil chalk. The printed background and the gestural sketch incorporate a relation that is harmonious and contrary opposing the given system and the free line. The subjects reach from still-life and ornaments to human and animal figures. Vanetta is interested in how the past is transported into the present and how &ndash; if systems of symbols (such as hieroglyphs or precisely music notes) can only be read by adepts &ndash; communication functions through symbols and finally images. The title &ldquo;progressive studies&rdquo; a term for certain musical pieces refers to the series&rsquo; open process and the drawings&rsquo; playful compositions.</p> </div> Mon, 21 Apr 2014 02:28:10 +0000 http://www.artslant.com/ber/Events/list http://www.artslant.com/ber/Events/list